Folge 2.01
Folge 2×01 (13)
Alles wieder neu
Everything new again
Deleyn stand in ihrem Zimmer und schaute aus dem Fenster. Sie war mit ihren Gedanken ganz woanders und bemerkte nicht einmal wie ihre neue Freundin Cordelia die Tür öffnete. Sie ging langsam auf Deleyn zu und legte ihre Hand auf ihre Schulter: „Dein Taxi ist da… wenn du wirklich fahren willst, dann… du sollst nur wissen, dass du hier willkommen bist. Niemand will dich mehr rausekeln. Wir haben dich alle ins Herz geschlossen und Wes…“
„Es geht nicht anders. Ich gehe zurück nach London und Wesley hat ja dich.“ Deleyn legte ihre Hand auf die ihrer Freundin und blickte dann auf den gepackten Koffer, der auf ihrem Bett lag.
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Die Tür im Foyer ging auf und Buffy kam mit Wesley und Gunn von einem Einsatz zurück. Die Drei hatten ein paar Dämonen gejagt und nun räumten sie die Waffen wieder in den Schrank, während Giles zu ihnen kam und mit seinem alten Freund Wesley reden wollte: „Willst du nicht noch einmal mit ihr reden? Ich kann es ja auch noch einmal versuchen.“
„Nein, Ripper. Meine Schwester hat sich entschieden und deshalb soll es nun auch so bleiben. Sie fährt und wahrscheinlich wird sie sich auch wieder mit Patrick versöhnen. Wer weiß, vielleicht fahren wir im Sommer alle zu ihrer Hochzeit auf einem hübschen englischen Landsitz“, Wesley hatte sich damit abgefunden, dass seine Schwester zurück nach England reisen würde und auch wenn er es nicht zugab, so traf Deleyns Entscheidung ihn sehr tief. Immerhin würde er seine Schwester nun wieder für eine sehr lange Zeit nicht sehen können Dabei hatte sie doch ebenfalls gelernt, dass der Rat seine ganz eigenen Wege ging und dabei auf niemanden achtete. Wer nicht der gleichen Meinung war, der existierte einfach nicht und so würde es auch immer sein. Wesleys kleine Schwester würde genau daran zerbrechen, das wusste auch Angel. Dieser war in seinem Zimmer und ging auf und ab. Er hatte die Wächterin zunächst nicht leiden können, was auf Gegenseitigkeit beruhte, doch mit der Zeit erschien sie dem Vampir als ganz sympathisch. Sie wusste, was sie wollte und war damit besser auf das Leben vorbereitet als Buffy, die mit ihrer Schwester gerade Popcorn machte. Joyce sah ihnen dabei zu und vergaß beinahe, was ihre Tochter eigentlich für eine Bestimmung hatte. Von dieser hatte sie auch Dawn erzählen müssen, die erst kein Wort glauben wollte. Nun waren allerdings fast vier Monate vergangen und Dawn war daran gewöhnt, dass Buffy abends auf die Jagd ging. In der Zeit saß Dawn immer öfter bei Willow und Xander, die ihr von Buffys Abenteuern mit dem Meister oder mit Drusilla und Spike erzählte. Dieser ist nach dem gemeinsamen Kampf gegen Ethans inneren Dämon untergetaucht und hat sich nicht mehr blicken lassen, was niemanden von den Anwesenden stört.
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Deleyn stellte den Koffer im Foyer ab und schloss Giles, Cordy, Fred und alle anderen noch einmal in ihre Arme. Nur Wesley stand daneben und sagte gar nichts. Der Abschied tat weh, doch er ließ sich davon so wenig wie möglich anmerken.
Erst als das Taxi vor dem Hotel auftauchte und Deleyn einsteigen wollte, hielt ihr Bruder noch einmal ihre Hand: „Ich bin immer da, wenn du mich brauchst, also ruf an, wann immer du willst. Ich werde da sein und zuhören und wenn du willst… dann komme ich auch nach London oder hole dich aus jeder Gefahr heraus.“
„Ich habe dich lieb, Wes“, Deleyn schloss ihren Bruder in die Arme und setzte sich dann ins Taxi. Tränen kullerten über ihre Wangen und sie wischte sich diese nicht einmal fort. Stattdessen nahm sie ihre Handtasche und holte einen Brief heraus.
Sehr geehrte Miss Pryce,
ich habe von Ihrem Ausscheiden aus dem Rat erfahren und wende mich nun an Sie, in der Hoffnung, dass Ihnen mein Angebot gefallen wird und Sie es annehmen. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass wir uns gegenseitig nützlich sein könnten. Ich kann Ihnen leider nicht ausführlich schreiben, um was es geht, doch ich bitte Sie so schnell wie möglich nach Cambridge zu kommen. Erzählen Sie hiervon niemandem, denn ich kann nicht riskieren, dass Sie in Gefahr geraten.
Mit freundlichen Grüßen,
M. P.
Deleyn verstand die Worte noch immer nicht, doch sie war fest entschlossen, den Sinn dahinter zu erfahren und so zog sie nun das Flugticket aus ihrer Tasche, auf dem deutlich ihr Zielort stand – CAMBRIDGE.
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„Und er ist sich sicher? Susan, wir reden hier doch von Mister Travers oder? Bist du wirklich sicher, dass er das gesagt hast?“, Patrick sah Susan ungläubig an, doch in seinen Augen war auch ein Funke Hoffnung, der kämpfen wollte. Travers hatte also entschieden, dass Deleyn noch eine Chance beim Rat bekommen sollte. Sie wäre dann wieder hier, hier in London und vielleicht hatte dann auch ihre Liebe wieder eine Chance. Denn so viele Monate von seiner Liebsten getrennt zu sein, hatte Patrick viel Kraft gekostet. Das Ende ihrer Beziehung hatte ihn wie einen Schlag getroffen und der Grund war für ihn nicht einsichtig gewesen. Niemals hatte er den Rat über seine Liebe gestellt. Nein, er wusste nur, dass Deleyn sich seltsam benommen hatte. Sie hatte ja sogar diesen Vampir in Schutz genommen und dass Travers ihr dies verzieh, war ein Wunder.
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Bei Wolfram & Hart wehte seit Monaten ein neuer Wind. Die neue Anwältin Charlie Choir kommandierte jeden herum und verlangte von allen 200 Prozent ihres Könnens. Fehler durfte sich niemand leisten und auch keine Zimperlichkeit. Charlie Choir hatte für nichts davon Verständnis und Entschuldigungen wollte sie gar nicht erst hören. Für sie war dieses kleinlaute Miss Choir, dürfte ich vielleicht, eine Frage, die niemand nur Denken durfte. Worte wie vielleicht oder eventuell mussten aus dem Sprachschatz ihrer Mitarbeiter verschwinden und davon waren die Seniorpartner begeistert. Endlich hatten sie jemanden gefunden, der die Kanzlei wieder auf die Beine stellen konnte und sich durchzusetzen wusste. Jemand, der ihnen auch endlich diesen Vampir Angel vom Leibe halten würde.
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Fred durchforstete an ihrem Computer die Daten zur Entschlüsselung alter Textmuster. Sie wollte Wesley und Giles dabei helfen die Shanshu-Prophezeiung zu übersetzen. Damit hatten sie nach Ethans Tod wieder angefangen, wofür sie auch erstaunlich viel Zeit hatten. Nur selten musste einer von ihnen auf Patrouille, da sie diese Aufgabe unter allen aufteilen konnten. So studierten Buffy und Willow auch wieder, allerdings hatte Xander seinen Job auf der Baustelle gekündigt und half lieber, dass alte Hotel wieder in allen Zimmern bewohnbar zu machen. Gunn griff ihm hierbei unter die Arme und gerade überraschten sie Cordelia in einem der heruntergekommenen Räume: „Huch, was machst du denn hier? Willst du uns etwa helfen?“
„Nein… ach, ich will einfach nur alleine sein“, Cordelia ging an Xander und Gunn vorbei und ließ die anderen beiden verdutzt zurück. Sie kannten Cordelia so gar nicht, oder zumindest kannte Gunn sie so nicht. Doch Xander erzählte ihm, dass er Cordy schon früher so in Erinnerung hatte: „Cordelia Chase war das It-Girl von Sunnydale. Sie schwebte in ganz anderen Sphären und ließ jeden anderen das auch spüren. Die Beziehung mit ihr, war das Schlimmste was mir jemals in meinem Leben passiert ist. Ich meine, Cordelia ist einfach sie selbst. Mal so und mal so und du kannst nie genau wissen, welches Gesicht sie dir heute zeigt. Bin mal gespannt wie lange Wesley es mit ihr aushält.“
„Wes hat mir gesagt, dass er Cordelia schon früher mochte. Nur sie war Schülerin und er viel zu alt für sie… aber scheinbar relativiert sich das mit den Jahren“, Gunn musste lachen und Xander stimmte gleich mit ein.
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Cordelia war in ein anderes Zimmer gegangen und dachte über Deleyn nach. Ging es ihrer neuen Freundin auch gut? Immerhin war die Wächterin einfach aufgebrochen, ohne noch einmal länger darüber nachzudenken. Abgereist, ohne einen wirklichen Grund zu nennen oder sollte die Arbeit beim Rat der Grund sein? Wesley mochte das ja glauben, doch Cordelia nicht. Sie hatte den Verdacht, dass etwas nicht stimmen könnte und das beunruhigte sie.
Es war in der letzten Zeit doch schon so ruhig um Wolfram & Hart geworden und Visionen hatte Cordelia auch nicht… hatte sich denn irgendetwas verändert?
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Im Flugzeug wurde Deleyn etwas unruhig. War es wirklich der richtige Schritt? Wer war M.P. und was wollte dieser jemand von ihr? Konnte sie dieser Person überhaupt vertrauen? Was wäre, wenn ihr etwas passieren würde? Es wusste doch niemand, wohin sie tatsächlich reiste. Sie hatte niemandem etwas gesagt, niemandem den Brief gezeigt. Nicht einmal ihrem Bruder Wesley und seiner Freundin Cordelia hatte sie sich anvertraut.
Sie wollte es ganz alleine durchstehen und nun war es nicht sicher, ob das wirklich eine gute Idee war. Cambridge war zwar eine ruhige Stadt, doch was würde sie dort erwarten?
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Spike lag in einem Kellerraum an die Wand gelehnt und trank Blut aus einem Konservenbehälter. Die Plastikverpackung hatte er einfach mit seinen Zähnen eingerissen und nun ließ er die rote Flüssigkeit seine Kehle hinunter laufen. Das kalte Zeug schmeckte zwar nicht, aber es war noch immer besser als gar nichts.
Der Vampir hauste nun auch schon seit fast vier Monaten im Keller des Krankenhauses und ließ sich oben nur blicken, wenn er etwas trinken wollte. Die restliche Zeit lungerte Spike hier unten herum und hoffte, dass ihn niemand von Wolfram & Hart hier finden würde. Er hatte schließlich ihren Wünschen nicht entsprochen und hatte stattdessen Angel und den anderen geholfen, Ethans Dämon zu besiegen. Das hatte den Anwälten bestimmt gar nicht gefallen und ihre Rache würde noch folgen.
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Quentin Travers saß an seinem Schreibtisch und ging einige Akten durch. Auch die von Deleyn Ashley Pryce fiel ihm in die Hände. Er öffnete sie und war sich nicht sicher, ob er das Richtige getan hatte. Ihr eine zweite Chance zu geben, war nicht seine Art. Aber er musste immerhin dafür sorgen, dass er nicht alle seine Mitarbeiter verlor.
Auf einmal klopfte es an der Tür und Patrick schaute durch den Türspalt: „Mister Travers? Sie ist da.“
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Giles gesellte sich zu Fred, während Buffy, Willow und Dawn zum Einkaufen mit Joyce fuhren. Angel sah den Vieren nach wie sie das Hotel verließen und wandte sich dann fragend an Wesley: „Warum fährt Cordelia nicht mit ihnen?“
„Ich weiß nicht, ich geh vielleicht mal nach ihr sehen“, Wesley ging die Treppe nach oben und Angel merkte wie schwer dieser Gang ihm fiel. Der Vampir begleitete ihn deshalb ein Stück und wusste doch nicht, was er sagen sollte. Wes war sichtlich wegen Deleyns Abreise mitgenommen und das konnte ihm wohl auch niemand verübeln. Seine kleine Schwester war einfach weg und so schnell würde sie auch nicht wieder zukommen.
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Am Flughafen stieg Deleyn in ein Taxi und fuhr zu der Adresse, die auf dem Brief angegeben war. Ein kleines Haus im Schatten einer Lindenallee. Es wirkte alt und zerfallen, aber es hatte auch einen gewissen Charme, weshalb die Wächterin den Fahrer bezahlte und mit ihrem Gepäck ausstieg.
Die grünangelaufenen Ziegel des Steinhauses wirkten einladend und so ging die junge Frau zielstrebig auf das Gemäuer zu und öffnete vorsichtig das Eingangstor. Es quietschte nicht, sondern ließ sich ganz leicht öffnen, was die selbstbewusste Frau erstaunte. Von innen sah das Haus dann noch so anders aus. So warm und heimisch und doch auch leer und kalt. Denn es schien niemand hier zu sein: „Hallo? Ist hier jemand? Mein Name ist Deleyn Pryce und ich…“
„Miss Pryce? Sie werden bereits erwartet“, ein junger Mann hauchte auf dem Treppenabsatz des ersten Stocks auf und bat Deleyn nach oben zu kommen. Zögernd folgte sie ihm, während sie ihren Koffer unten stehen ließ und beim Gehen alle Gemälde ansah und kaum fassen konnte, was sie hier sah. Aus irgendeinem Grund hatte der Bewohner dieses Hauses einen breitgefächerten Geschmack oder aber überhaupt keinen. Immerhin gab es hier alles aus allen möglichen Epochen der Kunstgeschichte. Rüstungen, Gemälde und Büsten hingen an den Wänden oder standen auf verzierten Sockeln. Einige davon hatte Deleyn auch schon irgendwo einmal gesehen, aber ihr wollte nicht in den Sinn kommen wo…
„Wahrscheinlich war es in einem Seminar in Oxford…“, Deleyn sprach mit sich selbst, als der junge Mann vor ihr, sie in einen Raum wies: „Er erwartet sie bereits.“
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Buffy und Willow nahmen sich immer wieder Sachen von der Stange, welche die jeweils andere anprobieren sollte. Die Freundinnen konnten sich mit Dawn und Joyce auch wirklich Zeit dazu nehmen, da nichts anderes für heute anstand. Die Nachtpatrouille würde Angel heute übernehmen und Buffy hatte so den ganzen Tag frei: „Willow, so kann es für immer bleiben. Keine Sorgen mehr zu haben, dass ein Dämon die alles versaut… ich glaube sogar, dass ich so wieder jemanden finden kann.“
„Ein Geheimnis hast du doch noch und ich glaube nicht, dass du das Jagen ganz aufgeben kannst. Du hast es doch bei Deleyn gesehen…“, Willow sah ihre beste Freundin an, die ihr nickend zustimmen musste: „Ja, Deleyn ist gegangen… sie hält die Arbeit beim Rat für ihre Bestimmung und ich kann auch nicht einfach aufhören Jägerin zu sein. Aber… es beherrscht nicht mehr mein ganzes Leben und so soll es auch sein.“
„Gut, dann kannst du dich ja vielleicht doch umschauen… nur hier im Laden finden wir niemanden für dich“, Willow und Buffy sahen sich lachend um, da um sie herum nur Frauen waren.
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Quentin Travers schloss die Akte von Deleyn und atmete dann noch einmal tief durch, während er seine Krawatte richtete. Dann stand er langsam auf und nickte Patrick zu: „Sie können Sie jetzt herein lassen.“
Patrick nickte und verschwand noch einmal, während Quentin zum Fenster ging und hinausblickte. Er wusste nicht, wann er die Frau, das letzte Mal gesehen hatte. Doch er war sich sicher, dass ihr Wiedersehen nicht allzu freundlich ausfallen dürfte. Immerhin hatte er sie liquidieren lassen wollen und dann hat Faith doch freiwillig ihre Jahre im Gefängnis abgesessen. Ob sie sich dadurch verändert hatte, konnte Travers in ihrem Gesicht nicht ablesen, doch gut gelaunt schien sie auch nicht zu sein.
„Miss Lehane, wie ich sehe, sind Sie gut in London eingetroffen. Ich hatte ehrlich gesagt schon befürchtet, Sie würden uns einige Schwierigkeiten machen. Doch ich bin erfreut, dass dem nicht so ist. Setzen Sie sich doch bitte“, Travers bot Faith einen Stuhl an und nahm dann selbst wieder auf seinem Stuhl Platz: „Ich werde Ihnen nun sagen, warum wir Sie…“
„Warum Sie was? Mir eine Spritze gegeben habe, die mich hat ohnmächtig werden lassen? Sie müssen ja sehr viel Angst vor mir haben, wenn es sich keiner wagt, sich direkt neben mich zu setzen. Glauben Sie, ich bringe noch einen Menschen um?“, Faith hatte keine Lust lange um das wirklich wichtige herum zu reden. Sie wollte keine Geschichte von Travers hören, sondern nur die Wahrheit.
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„Geht es dir gut? Es fragen schon alle nach dir…“, Wesley ging langsam auf seine Freundin zu und legte seine Hände langsam um Cordelias Taille: „Bitte, lass mich nicht auch noch alleine. Komm mit nach unten, denn ich habe heute schon jemanden verloren.“
„Warum hast du deine Schwester denn nicht aufgehalten? Wenn es jemand gekonnt hätte, dann du“, Cordelia drehte ihren Kopf zu Wesley und sah wie niedergeschlagen ihr Freund war. Die Abreise seiner jüngeren Schwester machte ihm wirklich zu schaffen und doch würde er mit niemandem außer Cordelia darüber reden.
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Fred schaute sich die Unterlagen an und stieß immer wieder auf ein Wort, das für sie keinen Sinn ergab. Sie tippte es in ihren Computer, aber der spuckte auch nur Error aus: „Verflixt, was soll das denn sein.“
„Was denn? Meinst du etwas Bestimmtes? Lass mal sehen, vielleicht kann ich helfen“, Giles streckte seine Hand aus, doch Fred wollte es alleine schaffen. Sie hatte versprochen ihm zu helfen und wollte nun nicht zu einer noch größeren Last werden: „Nein, ich schaffe das schon, ich muss nur rauskriegen, was das für eine Sprache ist.“
„Ich glaube, es sind gleich mehrere Sprachen in diesem Text und genau das macht ihn auch so schwer“, Giles zog sich die Brille von der Nase und rieb sich dann mit den Fingern über seinen Nasenrücken. Danach hielt er die Brille ins Licht und putzte daraufhin die Gläser, ehe er sich die Brille wieder aufsetze: „Dieser Text entspringt aus so vielen unterschiedlichen Zeiten, dass ich nicht einmal sagen kann, ob er überhaupt etwas mit Angel zu tun hat. Ich wünsche es ihm zwar, aber… jedes Wort hier kann auch etwas ganz anderes bedeuten und dann ist der Vampir vielleicht kein Retter, sondern eher der… lass uns einfach weitermachen, damit wir die Wahrheit von diesem Text erfahren.“
Fred nickte und stürzte sich gleich wieder in die Arbeit, während Giles noch hoffte, dass Wesleys erste Versuche dem Übersetzen bereits ein Teil der Wahrheit waren.
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Patrick lauschte an der Tür, aber er konnte kaum etwas verstehen. Deshalb verließ er das Vorzimmer des Büros und ging hinaus auf die Straße. Er wollte seine Gedanken sammeln und dachte dabei nur an Deleyn.
Er vermisste sie unendlich, dass es für ihn keine andere gab. Tag für Tag verbrachte er alleine in ihrem kleinen Haus in der Lakerstreet und sah sich dort die Photos der Beiden an. Jedes zeigte, wie glücklich sie noch vor einem halben Jahr gewesen waren und dann schimmerte auf allen noch der Ring an Deleyns Finger. Sie hatte seinen Verlobungsring nie ablegen wollen… bis sie ihn Patrick in Los Angeles vor die Füße geworfen hatte. Sie hatte damit alles beendet, doch seine Gefühle waren nicht verschwunden. Patrick hatte den Ring mitgenommen und sich geschworen, ihn aufzubewahren. Denn er wollte an sie beide und an ihr gemeinsames Glück glauben. Er wollte Deleyn zurück und wenn sie nächste Woche endlich in London sein würde, dann konnte er ihr beweisen, wie stark seine Liebe zu ihr wirklich war. Er konnte Deleyn sagen, was er tief in seinem Herzen empfand und er konnte ihr versprechen, dass sie immer die Einzige sein würde, der dieses Herz gehörte.
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Zur gleichen Zeit betrat Deleyn den Raum und wartete gespannt darauf, wer sie hierher gerufen hatte. In der Dunkelheit konnte sie nämlich niemanden erkennen, bis sich plötzlich alle Vorhänge von alleine öffneten und so das Sonnenlicht herein fallen ließen.
Die Wächterin erkannte nun, dass sie in einem Schlafzimmer stand und kurz darauf öffnete sich hinter ihr die Tür. Der junge Mann von eben trug ihren Koffer hinein und stellte diesen neben dem Bett ab: „Sie können nun auspacken und willkommen in der Gilde. – Als nächstes servieren wir Tee. Falls Sie jedoch noch etwas essen möchten, dann wenden Sie sich einfach an das Küchenpersonal.“
„Moment, Sie haben doch gesagt, ich werde erwartet. Warum ist dann niemand hier? Was soll ich hier überhaupt und was ist diese Gilde?“, Deleyn bekam keine Antwort und ärgerte sich über sich selbst, dass sie diese Reise überhaupt angetreten war, als…
„Sie sind hier nicht allein, Miss Pryce. Sie können allerdings auch nur das sehen, was sie sehen wollen“, Deleyn fuhr herum, doch es war niemand bei ihr. Sie konnte niemanden sehen, was sie nervös machte: „Wer sind Sie und warum bin ich hier?“
„Sie sind hier, weil jemand Sie herbestellt hat. Jemand, der etwas mit ihnen vorhat… jemand, der etwas verändern will“, die Stimme verstummte und so lange Deleyn auch horchte, konnte sie nichts mehr hören, weshalb sie sich auf das Bett sinken ließ und versuchte tief durchzuatmen.
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„Miss Choir, ich glaube, nun ist alles zu ihrer Zufriedenheit. Die Anwälte und auch das übrige Personal sind geprüft und das hier ist die Akte, die sie angefordert haben“, der Mitarbeiter von Wolfram & Hart legte seiner neuen Chefin eine Akte auf den Tisch und verließ dann das Büro.
Charlie Choir hingegen nahm die Akte in ihre Hände und schlug diese genüsslich auf: „Da haben wir sie also, dann können wir ja beginnen.“