Folge 2.14

Folge 2×14 (26)

Im Licht des Mondes

In the moonlight

In seinem Käfig eingesperrt, dachte Angelus an nichts. Er war vollkommen leer und erst als sein Glassarg geöffnet wurde, hatte er ein Bild vor Augen. Das Bild einer Frau, die ihm ihre Hand entgegen streckte und ihn lächelnd ansah…

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Das Bild der schönen Frau verblasste und anstelle dessen trat Darla in sein Blickfeld. Ihr Blick, ihr Lächeln hatte sich in all den Jahrhunderten nicht verändert und auch wenn sie sich immer wieder begegnet waren, war es als würden sie erst heute wieder zueinander finden. Sie, die ihm erst dieses ewige Leben geschenkt hatte, die ihn zum Vampir gemacht hatte und seine Mordlust kannte. Sie hatte sie schließlich erst geweckt in ihm, diese absolute Gier nach Blut und dieser konnte er sich nun wieder hingeben, wie er sich einem Kuss mit ihr hingab und sie dabei fest an sich drückte. Denn Angelus wusste, dass er dieses seelenlose Unleben ihr verdankte und das zum zweiten Mal.

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Von lauten Motorengeräuschen wurde die Wächterin geweckt und als sie zu sich kam, sah sie sich um. Mit einer Hand am Kopf, der noch immer von Schmerzen heimgesucht wurde, und einem fragenden Blick versuchte sie zu erkennen, wo sie war. Doch nichts kam ihr vertraut vor.

Um sie herum gab es nur dieses Geräusch, ein Ruckeln und die Dunkelheit, die sich erst auflöste, als M.P. das Licht anschaltete und damit einen Raum offenbarte, der anscheinend in Bewegung war. Daraus konnte sich Deleyn keinen Reim machen und forderte eine Antwort der älteren Frau, die noch immer schwieg, bis sie sich Deleyn gegenüber setzte: „Wenn Sie sich fragen, wo wir sind, dann merke ich, dass sie nie Filme gesehen haben. Denn wir sitzen in einem Zug. – Ja, er ist komfortabler als andere Züge, aber so konnten Sie besser schlafen. Sie brauchten immerhin Ruhe nach der ganzen Aufregung.“

„Sie haben mich entführt, doch das wird Ihnen nichts nutzen. Mein Bruder wird mich finden und er wird auch Angel und Spike finden und retten, die Ihnen vollkommen egal sind. Sie haben nur versucht mit mir zu spielen und mich auszunutzen. Sie haben mir Lügen über Travers erzählt und den Mann getötet, den ich einmal heiraten wollte.“ Deleyn war aufgesprungen und wurde immer lauter. Schreien wollte sie jedoch nicht, denn diese Frau war es nicht wert, dass sie aus der Haut fuhr.

M.P. schien dieses Verhalten dennoch nicht zu beeindrucken, denn sie saß noch immer ruhig da und sprach so, als wäre nichts geschehen: „Das alles war nötig, denn das ganze Ausmaß können Sie nicht auf einmal begreifen.“

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Faith und Xander fanden Harmony und banden sie los, was sie mehr als erleichterte: „Danke. Ich dachte wirklich, mich hätten alle vergessen, aber jetzt seid ihr ja da. Ich kann euch gar nicht genug danken.“

„Ja klar, Harmony. Sag mal, wie schaffst du es eigentlich, dass du dich immer in Schwierigkeiten bringst. Du solltest eigentlich zu den Bösen gehören, aber die scheinen nur über dich zu lachen.“ Xanders Bemerkung schmerzte Harmony und Faith gab ihm dafür einen Schlag auf den Hinterkopf, ehe sie die Vampirin hinaus aus diesem dunklen Raum brachte.

Xander folgte ihnen und schloss die Tür hinter sich, wodurch er nicht sah, wie sich etwas in der Dunkelheit bewegte.

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„Also, was stand jetzt in der Akte?“ Giles forderte Buffy zu einer Antwort auf und die Jägerin versuchte sich an die Formulierung zu erinnern, ehe sie anfing: „Ich weiß nicht mehr, wie es genau hieß, aber es war eine Art Brief oder so etwas und ein paar Photos. Spike lag in einer Art Sarg und auf dem Brief stand, dass Angel seine Seele verloren hätte. Eine gewisse C. Choir hat damit zu tun, die in jedem Fall aufgehalten werden müsste. Diese Frau arbeitet angeblich für Wolfram & Hart und wird nicht ruhen, bis sie ihren Plan in die Tat gesetzt hat… selten ist allerdings, dass der Brief überhaupt nicht unterschrieben war. Er trug nur diese seltsame Rune und sonst nichts.“

„Du meinst diese Ansur-Rune? Darüber gibt es oben ein Buch, aber… es ist gar nicht diese Rune. Es wird anders herum gelesen, nämlich Rusna und dieses Buch enthält eine Liste. Es sind nur Namen darin, auch die von Deleyn und Wesley und… ich weiß nicht, aber es scheint irgendeine Gruppe zu sein und dieses Buch ist so etwas wie die Mitgliedsliste.“ Freds Erklärung verwirrte alle nur und dann schauten sie zu Giles herüber, der seine alten Freunde schließlich am besten kannte und doch keine Ahnung hatte, was es mit dieser Liste auf sich hatte. Er dachte unentwegt darüber nach, bis Joyce ihn unterbrach und noch einmal von der Kanzlei sprach: „Ist diese Kanzlei wirklich so gefährlich? Wieso habt ihr das nie gesagt? Ich hätte doch nicht… nein, ich hätte es nicht… doch wahrscheinlich schon.“

„Mum wovon redest du?“ Dawn packte ihre Mutter am Arm, die sich mit der freien Hand eine Träne aus dem Gesicht wischte: „Dein Vater hat damals einen Anwalt von Wolfram & Hart gehabt, um dich mir wegzunehmen und als ich dich wiederhaben wollte, habe ich dies auch getan. Ich habe einen Vertrag unterschrieben und das macht mir jetzt Angst, obwohl ich weiß, dass ich das Richtige getan habe und es genauso immer wieder tun würde.“

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Gunn, Willow und Wesley ahnten nichts von den Entwicklungen, die sich ein Stockwerk tiefer abspielten, sondern öffneten jede Tür im oberen Stockwerk. Alles sah ganz normal aus und kein Raum war dunkel, so wie es in Gunns Erinnerung gewesen war. Hieß das also, dass der Raum, in den er hinein gezogen wurde, gar nicht existierte? Hatte er sich das alles nur eingebildet?

„Ich glaube das nicht. Dieser Raum muss doch hier sein. Ich weiß genau, dass sie mich reingezogen haben. Ich bin mir ganz sicher, absolut sicher.“ Gunn protestierte, als er die nächste Tür öffnete. Wieder lag der falsche Raum dahinter und damit seine letzte Chance, sein Erlebnis zu beweisen. Somit gab es nichts, was er seinen Freunden zeigen konnte und Wesleys mitleidsvolle Hand auf der Schulter, konnte der Junge von der Straße sich nun wirklich nicht antun: „Lass los, Wesley. Sag´s einfach, sag das ich mir das alles nur eingebildet habe, weil ich ein Hornochse bin. Ich könnte mich…“

Gunn schlug gegen die Wand, die plötzlich nachgab und eine weitere Tür präsentierte, die von irgendjemandem übertapiziert wurde, denn dahinter verbarg sich ein dunkles Geheimnis…

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Faith setzte Harmony auf der Couch ab und dann berichtete Andrew, was sie bisher erfahren hatten, woraufhin alle zunächst zu Joyce sahen, die ihre Dawn fest im Arm hielt und sich keines Fehlers bewusst war. Die Blicke der Anderen erdrückten sie jedoch, bis Fred sich einmischte und vorschlug, das Buch zu holen: „Vielleicht finden wir noch ein paar Namen, die wir kennen. Das kann uns doch sicherlich weiterhelfen.“

„Ja, du hast Recht. Lauf und geh es holen. Ich glaube, dass es zwar mehr Fragen enthalten wird, als wir sie schon haben. Doch vielleicht stoßen wir wirklich auf etwas und das ist immerhin besser als Nichts.“ Giles rieb gemütlich seine Brille und ging dann durch den Raum. Er hatte nicht geschlafen, so wie die meisten von ihnen und auch seine Wunde schmerzte noch etwas. Doch er musste das erst einmal vergessen, denn falls Fred Recht hatte, dann gab es eine Gruppe namens Rusna, in der Deleyn und Wesley Mitglied waren. Sie hatten zwar nie etwas davon erzählt, allerdings hatte er sie nach seinem Aufbruch nach Sunnydale auch vier Jahre lang nicht gesehen. Sie konnten in dieser Zeit wer weiß was angestellt haben und dann konnte er ihnen keinen Vorwurf machen, wo er doch selbst Teil eines Hexenzirkels gewesen war. Doch diesen hatten sie bereits zerstört und die einzigen noch lebenden Mitglieder waren er selbst und Wesley, der nun Mitglied eines Geheimbundes sein sollte.

Einerseits dachte Giles noch einmal genauer darüber nach und andererseits konnte er nur den Kopf schütteln, denn es ging hier um seine Freunde und…

Plötzlich gab es einen Schrei, der nach einem Dämon klang und als Giles kurz aus dem Fenster spähte, sah er wie das Licht des Mondes einen Strahl bildete und irgendetwas im Erdgeschoss anstrahlte, was ihn alarmierte: „Jemand führt einen Zauber durch. Wir müssen alle zusammen rufen. Buffy, Faith, ihr kommt mit mir, wir gehen nachsehen, was da unten vor sich geht.“

Die Jägerinnen liefen sofort nach unten, während ein Stockwerk über ihnen die geheime Tür zuschlug und damit drei Freunde in der Dunkelheit gefangen hielt.

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„Was genau wollen Sie eigentlich von mir? Habe ich Ihnen irgendwas getan? Steh ich irgendwem ihm Weg? Tut mir leid, das ist nicht meine Absicht. – Doch was ich mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass ich Sie auf keinen Fall weitermachen lasse. Sie werden mir jetzt die Antworten geben, die ich haben will und zwar ohne irgendwelche Ausflüchte. Ist das klar?“ Deleyn zog eine Waffe hinter ihrem Rücken hervor und zielte damit auf M.P., die erschrocken nickte und einen roten Kopf drückte, der den Zug zum Halten brachte.

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Darla und Angelus verließen mit einem großen Sack, den Angelus über der Schulter trug, die Kanzlei, in der sich Charlie Choir die Hände rieb. Sie schien am Ziel zu sein, doch dann sah sie im Mondlicht einen Mann am Fenster stehen. Er musste hinter dem Vorhang gewartet haben, bis Darla gegangen war und nun war er mit Charlie allein…

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