Folge 2.13

Folge 2×13 (25)

Ein Gefühl

A feeling

Joyce kam aus dem Badezimmer und fand ihre weinende Tochter, weshalb sie sogleich zu dieser ging und ihr über den Kopf streichelte: „Dawn, es wird alles wieder gut. Buffy wird gleich kommen. Du musst deiner großen Schwester nur vertrauen. Sie holt und dann schon hier raus, aber du kannst nichts machen, also bitte wein doch nicht.“

Dawn nickte, doch nur, weil sie nichts mehr von ihrer Mutter hören wollte, die ihr viel zu optimistisch klang und der es scheinbar ganz egal war, was vor sich ging. Sie redete einfach alles nur klein und spielte es herunter, als wäre es nichts. Aber für Dawn war es wichtig genug und so weinte sie weiter, auch wenn man ihre Tränen nicht mehr sehen konnte.

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„Angelus ist zurück? Aber wie ist das möglich? Wie kann… Wer hat denn bitte…“, keine Antwort auf ihre Fragen zu erhalten, machte Deleyn noch nervöser, als sie es ohnehin schon war. Doch den Anderen ging es nicht anders, weshalb sie sich keine Antwort erhoffen konnte. Deshalb riss sie sich zusammen und nahm Buffy die Akte aus den Händen: „Wo ist er? Ich will sehen, was mit ihm passiert ist und dann werde ich entscheiden, wie es mit ihm weitergehen soll.“

„Gut, dann sollten wir aufbrechen. Wer wird hier ihr Stellvertreter sein?“ M.P. brauchte diese Frage eigentlich nicht stellen, da sie schon damit rechnete, dass Deleyn ihren Bruder wählen würde. Zu ihrer Überraschung entschied sich das neue Oberhaupt des Rates jedoch für Xander, der plötzlich glaubte im falschen Film zu sein. Was hatte er denn schon für besondere Qualitäten, dass sie ihn aussuchte, wo sie sich doch kaum kannten? Hatte Wesleys Schwester nun den Verstand verloren? Alle diese Fragen spuckten in Xanders Kopf herum und ihm entging einfach, dass Deleyn mit der seltsamen Frau den Raum verließ. Er war nur mit seinen Problemen beschäftigt, als Buffy auf ihn zutrat und ihm eine scheuerte: „Tut mir leid, ich wollte dir nicht wehtun, aber du drehst gerade durch. – Hör zu, Deleyn hat bestimmt ihre Gründe und wir müssen ihr jetzt einfach vertrauen. Wir können doch auch nichts anderes tun. Also wirst du dich beruhigen und ich hole die Fred und Gunn. Mum und Dawn müssen das ja nicht mitbekommen. – Faith, du holst Harmony und dann werden wir gemeinsam entscheiden, was wir tun.“

Faith und Buffy verließen den Raum und Xander musste sich erst einmal setzen. Willow nahm seine Hand und drückte diese, während Cordy ihren Kopf schüttelte: „Ich verstehe ihre Entscheidung nicht. Warum Xander?“

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Fred hörte ein Geräusch und drehte sich zur Tür um. Buffy stand darin und schaute sich den Rahmen an: „Wart ihr eingesperrt?“

Fred und Andrew nickten und dann drehte sich Fred wieder zum Fenster um. Sie wollte Gunn zurückrufen, doch sie konnte ihn nicht mehr sehen. Aber wie konnte er so schnell so weit geklettert sein? Es ergab keinen Sinn, allerdings war die Alternative noch schlimmer, denn es würde bedeuten, dass sie ihn verloren hätte. Gunn würde in diesem Fall, nach seinem Absturz, unten in dem Englischen Garten liegen, jedoch konnten Freds Augen ihn auch dort nicht finden. Er war einfach nicht da.

„Fred, geht es dir gut? Wo ist Gunn? … Gut, wartet einen Moment, ich muss doch nach meiner Mum und Dawn gucken. Ich bin gleich zurück.“ Buffy verließ das Zimmer und öffnete jede Türe auf dem Gang, während Andrew zu Fred ging und ihr Mut machen wollte: „Er taucht schon wieder auf. Ganz bestimmt.“

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„Harmony? Harmony, wo bist du? Hey, ich hab wirklich keinen Bock auf Versteckspielen. Komm endlich.“ Faith rief nach der Vampirin, da sie diese nirgendwo sehen konnte. Doch von Richards Leiche gab es keine Spur. Selbst das Blut auf dem Boden wurde weggewischt, was Faith nicht gefiel. Sie begann sich Sorgen um ihre neue Freundin zu machen und schlich sich vorsichtig im Haus herum. Dann hörte sie Schritte und blieb stehen, als im nächsten Moment plötzlich Gunn vor ihr auftauchte und sich vor der Jägerin erschreckte: „Hilfe, du hast mich jetzt erschrocken. Was schleichst du denn herum? Willst du einen Geist fangen?“

„Nein, ich such einen Vampir. – Wieso bist du eigentlich nicht oben?“ Faith lauschte Gunns Worten und nickte dann beiläufig, da ihre Gedanken nur bei Harmony und mittlerweile auch bei ihrer neuen Wächterin waren, die scheinbar keine Ahnung hatte, auf was sie sich hier eingelassen hatte.

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Charlie Choir war nicht überrascht Darla zu sehen. Sie hatte die Vampirdame eigentlich schon früher erwartet, allerdings scherte sich Darla nicht um irgendwelche Termine; sondern tauchte dann auf, wenn es ihr passte. Charlie hatte die gleiche Eigenschaft und so bot sie Darla einen Stuhl an und setzte sich dann an ihren Schreibtisch: „Wir müssen Ihnen noch einmal danken, dass Sie uns so bereitwillig geholfen haben. Sie werden sehen, dass sich Angels Seele schon bald in unserem Besitz befindet und Sie Angelus mit sich nehmen können. Er wird doch sicher froh darüber sein, Sie zu sehen.“

„Ich würde es nicht so ausdrücken, aber ganz bestimmt wird er es nicht erwarten. Er denkt doch, dass dies alles Ihre Idee sei und als solche haben Sie es den Senior Partnern doch auch verkauft. Als Ihre geniale Idee… mich haben Sie mit keinem Wort erwähnt. – Finden Sie das eigentlich gerecht? Ich meine, als Anwältin müssen Sie doch auf der Seite der Gerechtigkeit stehen oder etwa nicht?“ Darla lächelte dämonisch und reizte damit die Anwältin, die sich über den Tisch hinüber beugte und Darla in die Augen sah: „Was wollen Sie?“

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Deleyn stieg in den schwarzen Wagen von M.P. und erkannte ihn als einen von denen wieder, die sich schon einmal vor ihrem Haus gesehen hatte. Es war einer von den Wagen, vor denen sie Faith gewarnt hatte, da die Jägerin vermutet hatte, dass etwas nicht stimmte und dieses Gefühl hatte Deleyn nun auch. Etwas stimmte hier nicht und am liebsten wollte sie wieder aussteigen, doch M.P. hielt sie am Arm fest: „Sie sollten nicht gehen. Es gibt etwas Wichtiges zu besprechen und wir haben keine Zeit mehr zu warten. Tut mir leid.“

Deleyn verstand nicht, was die Frau von ihr wollte, als sie merkte, wie ihr Arm anfing zu brennen und ihr allmählich schwindelig wurde, bis sie in eine sanfte, aber tiefdunkle Ohnmacht sank…

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„Meine Schwester wird ihre Gründe haben und ich halte ihre Entscheidung für ausgewöhnlich gut. Ich meine, mit Xander hat sie jemanden gewählt, der eine ganz eigene Sichtweise auf den Rat hat und zwar ohne jemals mit diesem direkt in Berührung gekommen zu sein. Und doch kann er Giles und mich als Berater sehen, genau wie die Jägerinnen, eine Hexe und ein Medium. Was will er mehr? – Also, können wir lieber darüber reden… Wo sind denn die Anderen?“ Wesley sah Gunn und Faith in das Büro kommen, die mehr als nur angespannt wirkten. Als Gunn dann erzählte, dass er an der Hauswand entlang geklettert war, wurde Willow ganz bleich, weil sie seine akrobatischen Künste für nicht ungefährlich hielt. Doch darüber lachte Gunn nur, ehe er verstummte und Wesley und Cordelia ansah: „Ihr seid mir echt Freunde. Wir saßen da oben fest und ich… man hat mich in einen dunklen Raum gezogen und es war wirklich so dunkel, dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte. Wer die Kerle waren, weiß ich also nicht. Aber die haben…“

„Harmony. Sie haben Harmony, da bin ich mir ganz sicher und Deleyn ist auch in Gefahr, das hab ich im Gefühl.“ Faith stand an der Tür und spähte hinaus auf den Flur, um sicher zu gehen, dass dort niemand auftauchte, der womöglich ein Feind war.

Nach einer Weile kamen allerdings nur Buffy und die anderen Vier von oben und Fred warf sich gleich in Gunns Arme und küsste ihn. Sie weinte, weil sie so froh war, dass ihm nichts passiert war und merkte gar nicht wie sich Cordelia lächelnd an Wesley schmiegte und ihm etwas ins Ohr flüsterte: „Die Liebe findet immer erst in den schlimmsten Momenten zusammen.“

„Ja, du hast Recht Cordelia, aber dafür ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Wir sollten lieber an Deleyn und Angel denken und vergessen wir nicht Spike und Harmony. – Xander, was sagst du?“, überraschend meldete sich Giles zu Wort und warf Xander einen prüfenden Blick zu, der nicht genau wusste, was er tun sollte. Doch dann stand er auf und atmete noch einmal durch, ehe er das Wort ergriff: „Gut… Faith, du und… nein, wartet… Gunn und Wesley werden mit Willow diesen dunklen Raum suchen und Faith und ich suchen nach Harmony. In der Zwischenzeit musst du, Buffy, allen sagen, was in den Akten stand, denn nur das kann uns wahrscheinlich zu Deleyn und Angel führen. Ich meine Angelus… egal, los geht´s.“

Xander sah rund um sich herum nickende Bewegungen und verschwand dann mit Faith nach unten, während Gunn Wesley und Willow nach oben führte.

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Harmony lag auf einer Barre und ihre Augen waren rot unterlaufen. Es sah aus, als hätte sie Blut geweint, doch nun schien es vorbei zu sein. Nur dieses Gefühl, dass sie nicht alleine war, ließ sie nicht los. Es war, als würde sie in der Dunkelheit beobachtet und das gefiel ihr nicht. Sie wollte aufstehen und weglaufen, allerdings hatte man sie festgeschnallt und damit konnte die Vampirin sich nicht bewegen, was wohl auch daran lag, dass die Vergiftung sie noch immer schwächte.

Harmony wünschte sich, dass Faith herkommen würde, um sie zu retten. Immerhin hatten sie sich doch versprochen Freundinnen zu werden, aber das war wahrscheinlich nur eine Lüge gewesen und sie war auf diesen Mist reingefallen. Sie konnte sich nur über sich selber ärgern, als sie ein Geräusch hörte und ein schwaches Licht wahrnahm.

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