Folge 2.10
Folge 2×10 (22)
M.P.
M.P.
Die Sonne wollte an diesem Morgen nicht aufgehen, da sie sich hinter den großen dunklen Wolken versteckte. Dieser strahlende runde Punkt am Himmel tat das, was auch Deleyn gerne tun würde. Einfach verschwinden und alles vergessen, eben das, was ihr nicht möglich war. Denn als die Tür das nächste Mal aufging, stürmten Buffy und die Anderen hinein. Giles wurde von Xander und Richard gestützt, bis sie ihn auf die Couch legen konnten. Man konnte ihm ansehen, dass er Schmerzen hatte und Wesley kniete sich neben seinen alten Freund, der ihm keine Antwort geben konnte. Auch die Anderen im Raum schwiegen, während Richard ein kleines Fläschchen zum Verwundeten trug: „Tragen Sie das auf seine Wunde auf, es wird ihm helfen. – Ich werde nun ihre Zimmer richten; doch falls Sie mich brauchen, rufen Sie einfach.“
Richard verließ das Büro von M.P. und Wesley tat, was er gesagt hatte. Er rieb Giles´ Wunde mit einer Salbe aus der kleinen Flasche ein und sah dann zu seiner Schwester hinüber, die all ihre Farbe verloren hatte. Sofort drückte er die Aufgabe an Andrew ab und schloss seine Schwester in die Arme: „Er kommt durch. Es sieht schlimmer aus, als es ist. Er wird uns ganz bestimmt nicht auch noch sterben. Bitte, glaub mir. Du musst jetzt auch stark sein, denn wir kommen hier nicht so einfach wieder raus… aber du darfst keine Angst haben, denn wir werden irgendwann hier rauskommen. Auch wenn ich alle Hindernisse selbst aus dem Weg schaffen muss oder dich den ganzen Weg trage. Nur bis dahin musst du stark sein. Versprichst du mir das?“
Deleyn nickte und setzte sich hin. Faith kam sogleich zu ihr und nahm ihre Hand. Dann winkte sie Harmony zu sich, die nicht bei Giles offenen Wunde stehen blieben sollte, neben dem Fred wie erstarrt stand und sich dann in Gunns Arme flüchtete.
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In den dunklen Kellern der Anwaltskanzlei ging Charlie Choir vor Angelus her. Mit ihren Händen wies sie immer wieder auf Dinge hin. Sie sagte nichts Bestimmtes, doch ihre Andeutungen machten den Vampir neugierig. Es lag etwas Größeres in der Luft und dann konnte er diesen gläsernen Sarg sehen. Ein Sarg, der aussah wie ein mechanisches Wunder und dies schien es auch zu sein, wie er im Blick der Anwältin sehen konnte: „Noch ist es ein Prototyp, der ziemlich schmerzhaft ist. Doch der Nachfolger sollte Ihnen zusagen. – Das Ergebnis kann ich aber schon mit Stolz zeigen. Wollen Sie also einen Blick wagen?“
Angelus ging einen Schritt weiter und schaute in das Unbekannte, als er in dem Fremden etwas Vertrautes entdeckte. Er erblickte ein Gesicht, das von Schmerzen entstellt war und das keine menschlichen Züge mehr aufwies. Spike zeigte nur noch seinen innersten Dämon und die Wut auf alles, was ihn hierher gebracht hatte, was Angelus sichtlich gefiel: „Er ist zu beneiden, wenn man bedenkt, dass seine Gier nun nicht mehr gestoppt werden kann und alles Menschliche einfach nur von ihm abprallt.“
„Ich wusste, dass es Ihnen gefallen würde. Also, kommen wir ins Geschäft.“ Charlie führte den Vampir zu einem kleinen Tisch, auf dem bereits ein Vertrag für ihn zur Unterschrift bereit lag.
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„Die Wunde ist verschwunden. Können Sie schon wieder aufstehen, Giles?“, behutsam beugte Buffy sich über Giles und half ihm, sich hinzusetzen. Ihr Wächter atmete dabei schwer, doch er schaffte es sitzen zu bleiben. Er strich sich mit der rechten Hand über die Stirn und ergriff dann Wesleys Hand: „Was geht hier vor? Wo sind wir und was ist euch passiert?“
„Du musst dich schonen, also bleib besser ruhig. Ich weiß selbst nicht, wo wir sind. Ich bin hierher gebracht worden, während man euch unten festhielt. Ich konnte nicht helfen, ehe ich nicht nach Deleyn gesehen hatte… diese Frau hat… als ich ins Zimmer kam hat eine Frau mit Deleyn gesprochen. Sie hat gesagt, dass Deleyn das neue Oberhaupt des Rates ist und das… diese Frau hat den Rat zerstören lassen und viele Menschenleben gehen auf ihr Konto. Sie hat einen nach dem Anderen umbringen lassen, weil… Travers wollte nicht nur alle Dämonen und Vampire vernichten, sondern das Dämonische überhaupt und damit eben auch die Jägerinnen. – Buffy, Faith, eure Kräfte sind dämonischen Ursprungs und wenn eine Jägerin es geschafft hätte das Böse zu besiegen, dann wäre sie selbst das nächste Opfer gewesen… ich kann das noch immer nicht glauben.“ Wesley setzte sich neben Giles und spürte wie sich Cordelia auf seinen Schoss setzte. Sie umarmte ihren Freund, während Buffy nicht wusste, was sie nun sagen oder tun sollte. Sie hatte immer nur gegen das Böse gekämpft und es als ihre Aufgabe, ihre Bestimmung angesehen und nun war das alles nichts. Kein Kampf sollte ihr jemals ein freies und ruhiges Leben bescheren, sondern am Ende nur ihren eigenen Tod fordern.
„Wenn Travers das wirklich vorhatte, wie konnte er all die Jahre damit durchkommen?“ Buffys Frage lag erdrückend in der Luft und niemand wusste eine Antwort darauf, weshalb die ganze Runde schwieg und sich ihre Köpfe zu Boden senkten.
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M.P. fuhr zum Haus von Deleyn Pryce. Die Leiche von Patrick wurde gerade weggeschafft und dann verließen die schwarzen Wagen die Gegend. Nur ein Wagen blieb an seinem Ort, während die in Dunkelgrau gekleidete Frau auf das Haus zuging. Sie ging durch die Haustür und erblickte Deleyns Bilder, die sie im Flur aufgehangen hatte.
Es waren Photos der Wächterin und ihres Bruders. Auch Rupert Giles und Ethan Rayne waren oft zu sehen, doch von Eltern gab es keine Spur. Nichts deutete auf eine liebevolle Mutter und einen verantwortungsvollen Vater hin, da die Pryce-Geschwister dies nie hatten. Sie waren immer für sich allein gewesen und der Rat hatte dies ausgenutzt. Man hatte für sie gesorgt und ihnen Sicherheit gegeben, dabei hätten sie das nicht nötig gehabt. Sie waren immerhin nie alleine gewesen. M.P. wusste das zu gut, denn sie selbst hatte es so veranlasst. Die Nachbarn, der Postbote, alle waren es Mitarbeiter ihrer Organisation und nun hatte sich das Versteckspiel doch gelohnt. Die mysteriöse Frau nahm ihr Handy und tippte eine Nummer ein, ehe sie das kleine Telefon an ihr Ohr hielt: „Es ist soweit. Leiten Sie die nächsten Schritte ein.“
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Während Angelus sich den Vertrag ansah, ließ Charlie Choir ihn nicht aus den Augen. Die Anwältin funkelte den Vampir an und es schien so, als hätte sie nicht vor ihn ohne Unterschrift entkommen zu lassen. Sie war sich ihrer Sache allzu sicher und dachte nicht im Traum daran zu scheitern. Ihre Gedanken waren vielmehr bei den SeniorPartnern, die sehr zufrieden mit ihr sein würden, denn mit Angelus würden sie einen Verbündeten haben, der unersetzlich war.
Er musste dafür nur seine Seele aufgeben und die brachte dieser Vampir nun wirklich nicht und so schien der Vertrag sicher zu sein, weshalb er unterschrieb, woraufhin sich die Anwältin die Hände rieb: „Sehr schön, damit wären wir im Geschäft. Sie können gerne sehen, wie die Maschine bei Spike funktioniert, während wir für sie noch weiter arbeiten.“
„Gerne“, Angelus überreichte der Anwältin den Vertrag und ging dann wieder zu dem gläsernen Sarg, indem Spike dahin vegetierte.
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„Vielleicht sollten wir uns erst einmal die Zimmer ansehen und dann später noch einmal darüber nachdenken, was wir als nächstes tun.“ Joyce drückte ihre jüngste Tochter an sich und Giles gab ihr mit einem Nicken zu verstehen, dass er ihrer Meinung war. Sogleich verließen die beiden Summers auch den Raum, zusammen mit Fred, Gunn und Andrew. Der Rest stockte jedoch und Buffy war diejenige, welche die Stille brach: „Meinen Sie wirklich, dass wir jetzt gehen sollen oder wollten Sie nur, dass es ruhiger wird?“
Giles brauchte nicht zu antworten, denn allen war klar, dass sie nicht so einfach gehen und nichts tun konnten. Sie mussten darüber nachdenken, was hier vor sich ging und wie sie verhindern konnten, dass es noch mehr Tote gab.
„Vielleicht sollte ich zum Rat fahren und mit den älteren Wächter und Travers engsten Vertrauten reden. Es muss doch irgendwelche Hinweise auf seine Pläne geben und vielleicht finde ich sogar etwas über diese Frau, denn sie schien Travers wirklich zu kennen… ich weiß nur nicht, warum mir das so vorkam.“ Deleyn dachte noch über M.P. nach, als Giles den Kopf schüttelte: „Nein, das kannst du nicht. Denn der Rat ist zerstört. Das Gebäude ist einfach abgebrannt und damit sind alle Unterlagen und die vielen geheimen Schätze für immer verloren.“
Faith drückte Deleyns Hand fester, die niedergeschlagen nickte und dann versuchte ruhig zu atmen. Dann sah sie in die Runde und stockte: „Und wo ist Angel?“
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Fred konnte kaum noch stehen, weil ihr Adrenalinspiegel nun absackte und sie auf einmal ganz müde wurde. Gunn musste sie auffangen und ins Bett legen. Dann wollte er sich ein eigenes Zimmer suchen, aber Fred hielt seinen Arm fest: „Gunn… kannst du bleiben?“
„Ja klar.“ Gunn setzte sich wieder und merkte wie Fred sich an ihn kuschelte, was ihn glücklich lächeln ließ.
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„Diese Frau hat zwar gesagt, dass sie gehen muss, damit ihm nichts passiert. Aber ich habe keine Ahnung, wo genau er steckt.“ Deleyn schien sich Sorgen um den Vampir zu machen, über den ihr niemand eine Auskunft geben konnte. Sie hatten den Vampir verloren und nun war er irgendwo alleine in Los Angeles. Sie mussten ihm helfen, doch stand er nicht ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Denn der Vampir war stark und wusste, wie er untertauchen oder kämpfen musste; aber der Rest der Gruppe tappte im Dunkeln und hatte keine Ahnung, dass sie von Richard belauscht wurden.