Folge 2.08

Folge 2×08 (20)

Ruhe ist trügerisch

Silence is a lie

„Angelus… nein, bitte nicht…“, Buffy stand da und blickte dem Vampir, der genauso aussah wie ihr liebevoller Exfreund. Doch sein inneres Wesen war seelenlos und gefühlskalt. Es kannte nur die Rache und die Gier nach Blut, die aus seinen Augen sprach und Buffy nicht los ließ. Er wollte die rötliche Flüssigkeit über seinen Gaumen laufen lassen und ihren süßen Tod auf seinen Lippen schmecken: „Dein Tod wird mir die größte Freude sein.“

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„Was soll ich denn gesagt haben? Ich hatte eine Vision und darin hat jemand zu mir gesprochen und nicht anders herum“, Cordelia ließ sich von ihren Freunden aufhelfen und selbst Faith ging auf das kleine Grüppchen zu: „Ja, wir haben gehört, was dieser jemand gesagt hat, denn du hast es ja ausgesprochen.“
„Ja, das kann wirklich sein. Ich habe schon einmal davon gelesen. Die Vision ist dir geschickt worden und zwar durch ein sterbliches Wesen und keine höheren Mächte wie sonst. Nein, es will dich jemand warnen und wir müssen jetzt herausfinden wer“, Fred war ganz euphorisch, doch dann konnte sie Dawns Gesicht sehen. Das kleine Mädchen schien verängstigt zu sein und Fred konnte dies verstehen. Sie hatte als Kind auch nie an Monster glauben wollen, aber dann war ihr eines begegnet…
„Vielleicht kann ich euch helfen. Diese zwei Jahre Knast haben mich wirklich verändert und das… das war ein Unfall“, Faith wies auf Patrick hin, doch wusste sie selbst, dass ihr alter Wächter ihr diese Geschichte nicht abnehmen würde. Für ihn war sie schuldig und er nahm sie nur mit, weil sie vielleicht etwas über seine Schwester wusste, die zur gleichen Zeit, in einem Bürozimmer saß, das dekoriert war, wie die Räumlichkeiten eines englischen Landguts. Alles war ordentlich und schien seinen ganz bestimmten Platz zu haben und die Person, die in diesen Räumlichkeiten ein und aus gehen musste, war sicher eine gut durchstrukturierte Persönlichkeit. Jemand, der wusste, was er wollte und der seinen Gegenüber gern durchleuchtet wusste.
Deshalb hatte der geheimnisvolle M.P. also noch nicht mit ihr gesprochen. Er wollte erst alles über Deleyn wissen. Er wollte erst in allen Dingen eine Sicherheit auf seiner Seite wissen, damit ihn nichts mehr irritieren würde.
„Da sind Sie ja Miss Pryce. Nehmen Sie doch bitte Platz.“ Die Stimme ertönte hinter ihr und Deleyn fuhr herum. Sie schien verblüfft, weil es kein Mann, sondern eine ältere Frau war, die sie angesprochen und ihr angeboten hatte, sich zu setzen. Doch die Wächterin konnte nicht und stand einfach nur da, während die ältere Dame sich in ihrem schicken schwarzen Kostüm und den graumelierten Haaren auf der grünen Couch niederließ. In ihren Händen hielt sie einige Akten, die sie nun auf ihrem linken Oberschenkel ruhen ließ, den sie über ihr rechtes Bein geschlagen hatte. Ihr Blick haftete jedoch nicht in den Akten, sondern beobachteten Deleyn, die noch immer wie fest angewurzelt dastand: „Miss Pryce, bitte nehmen Sie doch Platz. Sie müssen erschöpft sein und ich bitte Sie mir diese Art des Besuches zu entschuldigen. Doch ich musste befürchten, dass Sie alleine nicht noch einmal den Weg zu mir finden würden. – Aber nun sehe ich, dass Sie wohl auf sind.“
„Wohl auf? Madame, ich musste gerade miterleben, wie mein Vorgesetzter ermordet worden ist und die einzigen, die außer mir in der Nähe waren, waren ihre Männer. Ich muss also davon ausgehen, dass Sie Ihnen den Auftrag erteilt haben, Mister Travers zu töten und wenn dem so ist, dann will ich wissen wieso“, Deleyn funkelte die Fremde finster an, doch diese streckte nur ihre Hand aus und wies Wesleys Schwester an sich zu setzen.

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Charlie saß in ihrem Büro, das sie für alle ihre Angestellten abgeschlossen hatte. Sie wollte für sich sein und faltete ihre Hände, weil sie wusste, dass sie ihrem Ziel ein Stück näher gekommen war. Sie würde den Auftrag der Seniorpartner ausfüllen und Angel würde es nicht mehr geben.
Ihr Plan war zu gut, als das ihn jemand durchschauen könnte. Alles war in Verträgen festgehalten und die Verträge mit Wolfram & Hart, die wurden in der Hölle geschlossen.

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„Aber er wird doch nur zu Angelus, wenn er… wer kann denn das getan haben? Buffy, du schon wieder?“, Harmony war hysterisch und raubte Angelus die Nerven, weshalb er sein Vampirgesicht aussetzte und sie anschnaubte, wie ein wildes Tier, das gleich seine Beute zerreißen würde. Sein Drohnen brachte Harmony zum Schweigen, doch in Xander und Gunn entfachte es Mut. Sie stellten sich neben Buffy und selbst wenn sie Angelus mit bloßen Händen entgegen treten mussten, dann würden sie es tun.
„Ihr seid so erbärmlich. Ohne Angel seid ihr gar nichts und eure kleine Jägerin, die wird euch auch nicht viel nützen. Ich habe einmal den Fehler gemacht, sie zu lange am Leben zu lassen, doch das mache ich nicht noch einmal“, Angelus griff Buffy an. Er stürzte sich auf sie und sogleich schrien Andrew, Willow, Joyce und Harmony panisch durcheinander. Sie überließen Buffy ihrem Kampf, da nur sie es mit Angelus aufnehmen konnte. Sie stieß ihn von sich und sprang vom Boden auf. Dann versetzte sie dem Vampir einen Tritt gegen seinen Schädel, wodurch er benommen torkelte. Doch er kam wieder zu sich und flechte die Zähne. Er hatte Hunger und dieses Mal würde ihm sein Essen nicht wieder davonlaufen können.

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Als Wesley, Giles, Cordelia, Fred und Dawn mit Faith das Haus von Deleyn verließen, erwartete man sie bereits. Fünf schwarze Wagen hatten vor dem Haus geparkt und auf der Veranda des Hauses standen zwei dunkel gekleidete Männer, die mit einem Schlagstock auf die kleine Gruppe losging. Sie machten kurzen Prozess mit den Besuchern und ließen sie dann in die Wagen bringen. Unsanft legte man sie hinein und fesselte ihre Hände und Füße. Man knebelte sie, damit sie keinen Ton von sich gaben und verband ihnen die Augen, damit sie nicht sehen konnten, wohin sie gefahren wurden.
Denn so lautete der Auftrag und sie wussten, dass dieser gewissenhaft auszufüllen war. Genau so gewissenhaft wie die zwei Männer von der Veranda sich nun Deleyns Haus vornahmen und dieses durchsuchten, wobei sie Patricks Leiche keinerlei Beachtung schenkten.

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Als Giles wieder zu sich kam, merkte er wie sich neben ihm etwas bewegte. Es musste noch jemand anderes wach geworden sein, der nun mit seinen Fesseln kämpfte und versuchte, sich zu befreien. Giles versuchte dies ebenfalls, als sich eine Tür öffnete und endlich Licht um sie herum war. Doch durch die Augenbinden konnte Giles noch immer nichts sehen und auch sprechen war ihm noch immer unmöglich, bis er etwas fühlte…
Die Fesseln, die Knebel und alles andere wurden gelöst und der Wächter und seine Begleiter waren wieder frei. Sie konnten aufstehen und gehen? Nein, gehen lassen würde man sie nicht, dies war Giles bewusst. Sie waren schließlich aus einem bestimmten Grund hierher gebracht worden. Hier in diesen dunklen Raum, indem es nichts gab, außer sie selbst. Giles blickte sich nach den anderen um und erkannte, dass es Faith war, die versucht hatte, sich von ihren Fesseln zu befreien. Sie war nun auch dazu bereit, einen der Männer anzugreifen, um hier rauszukommen, doch Giles schüttelte den Kopf. Er wollte wissen, was sie hier sollten und er musste wissen, wohin man Wesley gebracht hatte…

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Willow konnte nicht mehr mit ansehen, wie ihre Freundin von Angelus besiegt zu werden schien. Sie wünschte sich, dass sie irgendetwas tun könnte. Dass Buffy eine Waffe hätte und sie alle auch, nur um ihr zu helfen. Oder dass Angel seine Seele wiederbekam, doch dazu war ja dieses Ritual nötig.
Oh, wie sehr wünschte sie sich nun, dass Giles nun hier wäre und ihnen helfen konnte. Er wüsste sicherlich, was zu tun war. Doch der Wächter war nicht hier und Willow auch nicht mehr. Es gab nur Buffy und Angelus, sowie Gunn, der dem Vampir einen Feuerlöscher über den Kopf zog und mit Buffy und den anderen floh…

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„Was genau wollen Sie und warum musste Travers sterben?“, Deleyn gab nicht auf und stellte der Frau immer mehr Fragen, bis diese ihr ein Zeichen gab, still zu sein: „Ich weiß, dass Sie viele Fragen haben und genau deshalb sind Sie die Richtige in meinen Augen. Travers hat das nie gesehen, weil er Angst hatte, dass Sie ihm einmal aus den Fingern gleiten würden. Sie, ihr Bruder und ein dritter Wächter namens Giles… sie Drei besitzen die Fähigkeit alles zu hinterfragen. Travers wollte nicht, dass Sie einmal Antworten finden, die in seinen Augen geheim bleiben mussten. – Ich kann Sie beruhigen, denn meine Männer haben Travers nicht getötet. Mir geht es um den Fortbestand des Rates und der liegt nun in ihren Händen. Sie sind das neue Oberhaupt und als solches sind Sie auch dazu imstande alle ihre Fragen selbst beantworten zu können. Zeigen Sie Travers´ Mördern, dass Sie nicht so schnell aufgeben werden.“
Deleyn verstand kein Wort der alten Dame und nahm schweigend die Akten an, die auf ihrem Schoß geruht hatten. Deleyns Blick fiel auf das Deckblatt und die Rune, die drauf gesetzt worden war…

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„Unser Plan trägt Früchte. Schon bald wird Angel nicht mehr existieren und seine Seele für immer zerstört sein“, Charlie berichtete den Seniorpartnern alles, was sie bislang erreicht hatte und auch, wenn sie ihre Vorgesetzten nicht kannte und nicht sehen konnte, so wusste sie doch, dass diese mit ihr zufrieden waren.

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