Folge 2.06

Folge 2×06 (18)
Alptraum
Nightmare

Deleyn blickte hinüber zu Travers und sah, dass er getroffen worden war. Sein dunkles Blut sickerte bereits durch den Tweedstoff seines Jacketts und mit den letzten Atemzügen nahm er die Hand seiner Wächterin: „Versprechen Sie mir eins… der Rat muss leben… übernehmen Sie meine Aufgaben… führen Sie den Rat… und überleben Sie es…“
„Mister Travers bitte, wir kommen hier schon wieder raus. Man wird sich Sorgen machen im Rat, wenn Sie nicht wiederkommen. Wahrscheinlich sucht schon jemand nach uns“, Deleyn sah sich um und dann sah sie, wie sich die Tür am anderen Ende des Raumes öffnete…

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Cordelia wachte auf und bemerkte, dass Wesley nicht neben ihr lag. Sogleich knipste sie das Licht auf dem kleinen Nachttisch an und entdeckte ihren Freund am Fenster sitzen: „Kannst du nicht schlafen?“
Wesley antwortete nicht und sah seine Freundin auch nicht an, weshalb diese sich erst einmal umzog. Als er dann aber immer noch kein Wort sagte, stellte sie sich direkt vor ihn und schaute ihm drohend in die Augen: „Ich weiß, dass es schwer für dich ist, weil du deiner Schwester helfen willst. Aber jetzt hörst du mir gefälligst zu. Ich kann nichts dafür, dass ich diese Visionen habe und sehen kann, was wir vielleicht verhindern können. Es muss ihr nämlich noch nichts passiert sein. Nicht, wenn wir Quentin Travers finden.“
„Das Ratsoberhaupt? Ich glaube nicht, dass er uns helfen kann, wenn er das überhaupt will“, Wesley faltete seine Hände, als Cordelia ihn ohrfeigte, damit er sie ansah: „Ich habe wieder etwas gesehen und zwar Deleyn und Travers, die von jemandem verfolgt und angegriffen werden. Aber die Beiden sind nicht im Rat… also wo können sie sonst sein? Wesley! Ich will Deleyn genauso heil zurück wie du.“
Cordelia drehte sich wütend herum und kurz darauf stand Wesley aus seinem Stuhl auf und umarmte seine Freundin von hinten: „Sie ist alles, was ich noch von meiner Familie habe… ich kann an nichts anderes denken, als an sie… es tut mir Leid. – Aber du hast Recht, wir müssen nach ihr suchen, also gehen wir zu Giles.“

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Buffy versuchte ihre Fesseln zu lösen, aber alleine schaffte sie es einfach nicht. Wütend und zornig über sich selbst, blickte sie immer wieder zu Willow, die bewusstlos war und ihren Freunden so nicht helfen konnte. Dabei hätte sie die Fähigkeit dazu, das wusste Buffy. Ihre beste Freundin war schließlich eine wunderbare Hexe und hatte sich nur wegen der Jägerin in Gefahr begeben, was ebenso für Xander galt. Die Beiden hätten mit Giles nach England fliegen sollen, doch wegen Buffy waren sie in Los Angeles geblieben und saßen nun hier mit der Jägerin und Gunn fest, der langsam zu sich kam: „Wo sind wir? Und wo ist Angel?“
„Sie haben ihn und Spike woanders hingebracht. Ich weiß allerdings nicht wo und ich schaff es auch nicht, diese Fesseln loszuwerden… was ist mit dir?“, Buffy sah zu Gunn rüber, der nun auch versuchte die Fesseln loszuwerden, aber auch bei ihm sah es nicht viel besser aus, als bei ihr selbst.

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Dawn saß kerzengerade im Bett und atmete viel zu schnell. Sie rieb sich die Augen und sah sich im Hotelzimmer um. Es schien alles ganz normal zu sein und trotzdem hatte sie dieses seltsame Gefühl. Nach diesem Alptraum wollte sie am liebsten zu ihrem Vater, der sie immer in die Arme genommen hatte. Doch würde Joyce das auch tun? Konnte sie sich ihrer Mutter überhaupt so anvertrauen wie sie es bei Hank getan hatte?
Bei dem Gedanken an ihren Vater tauchten die Bilder ihres Alptraums wieder vor ihren Augen auf und Dawn hielt sich die Augen zu. Sie wollte nichts sehen und wünschte sich, dass alles um sie herum schwarz werden sollte. Nur noch die Dunkelheit, aber ohne die Angst, dass wieder sehen musste wie jemand sterben würde…

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„Und du bist dir ganz sicher, dass es nicht im Rat war? Du warst doch noch nie dort… ich bin eher der Meinung, dass wir Travers in seinem Büro aufsuchen sollten und ihn zur Rede stellen. Wenn er wirklich vorhat, Deleyn zu treffen, dann wird er das im Rat tun, weil er sich dort sicher und machtvoll fühlt“, Giles´ Ausführung klang für die meisten Anwesenden einleuchtend, doch Fred hackte noch einmal nach. Denn falls Travers wirklich angegriffen und verfolgt wird, dann hatte er dies vielleicht bemerkt und konnte nun niemandem mehr trauen: „In diesem Fall würde er doch nicht im Rat sein, oder?“
„Fred hat Recht. Aber wir müssen trotzdem erst zum Rat, denn es gibt keinen Anhaltspunkt wo Deleyn sonst sein kann“, alle nickten Wesley zu und gemeinsam brachen sie auf, während in einem anderen Stadtteil von London Patrick sein Ziel schon erreicht hatte. Er stand vor Deleyns Haus und trat die Tür ein: „DELEYN!“
Patrick zog eine Waffe aus der Innentasche seines Jacketts und richtete diese auf eine Person, die im Schatten stand und nun langsam ins Licht trat: „Suchen Sie jemanden?… Ach, Sie sind das schon wieder. Der kleine Wächter, den niemand hier haben will. Deleyn ist nicht da; aber wenn sie es wäre, würde sie Sie nicht sehen wollen. Also sollten Sie verschwinden.“
„Sie haben sie angegriffen… doch damit kommen Sie nicht durch Faith. Ich werde Sie aufhalten und meine Verlobte wird nicht länger hier mit Ihnen allein sein“, Patrick zielte auf Faith und war bereit abzudrücken, wohin die Jägerin jedoch keinerlei Notiz nahm: „Verlobt? Das erschien mir nicht so. Sie hätte Sie ja sonst nicht rausgeschmissen und… Deleyn trägt gar keinen Ring… Sie erfinden das bloß und ich kann Lügner nicht ausstehen.“
Faith trat Patrick die Waffe aus der Hand und schlug ihn dann mitten ins Gesicht, als ein Schuss fiel…

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Charlie Choir hielt die Akte von Joyce Summers in den Händen, während sie im verlassenen Hyperion stand und feststellen musste, dass sie zwei Summers verloren hatte. Einerseits würde sie Dawn und Joyce nicht brauchen, doch andererseits war sie als Perfektionisten ständig davon besessen, dass alle ihre Pläne bis ins Kleinste aufgingen.
Während ihre Angestellten das Hotel untersuchten, fuhr die Anwältin zurück in die Kanzlei, wo sie sich über Angels und Spikes Zustand informieren wollte. Die beiden Vampire hatten ihre Folter zwar überlebt, doch noch immer wurden ihre Körper von den Brandmarken gezeichnet. So langen sie nun auf Steinsärgen in den Kellerräumen von Wolfram & Hart und ein Arzt injektierte ihnen eine Substanz direkt unter die Haut…

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Gemeinsam brach die Gruppe zum Rat auf und schon auf dem Weg hörten sie die lauten Sirenen, die nichts Gutes versprachen. Cordelia hatte Angst, dass ihre Vision bereits war geworden ist und Deleyn und Travers im Gebäude des Rats tot aufgefunden worden sind. Doch als sie um die nächste Ecke gingen, bemerkten sie, dass dem nicht so war. Denn zwischen den Krankenwagen und Einheiten der Polizei und Feuerwehr, war kein Gebäude mehr zu sehen. Eine riesige Staubwolke hing über den Trümmern des zerstörten Hauses und Wesley sank zu Boden. Er schnappte nach Luft und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
„Hättest du das nicht sehen können? Wozu hast du denn deine Visionen?“, Andrew schrie wie wild geworden herum, doch ein Blick von Fred ließ ihn sogleich verstummen. Sich schämend stand er da und sagte kein Wort mehr. Aber Cordelias Zurückhalten zeigte ihn, dass auch sie seiner Meinung war. Sie haderte mit sich selbst und Tränen kamen ihr in die Augen, weil sie es nicht geschafft hatte ihre Freundin zu retten: „Bitte lass das alles nur ein Alptraum sein. Bitte, ist das nicht wahr… bitte, Deleyn…“
„Es ist nicht deine Schuld… Wesley?… Ist das nicht Deleyns Freundin… ja, das ist Susan oder? Sie arbeitet auch für den Rat. Vielleicht können wir ihr ein paar Fragen stellen. Vielleicht weiß sie sogar wo Deleyn ist“, Giles ging auf einen der Krankenwagen zu und ließ die anderen zurück. Andrew und Fred halfen Wesley dabei aufzustehen und ein kurzer Blick fiel dabei auf Cordelia, die sich nicht traute ihrem Freund in die Augen zu sehen.
„Giles hat Recht, es ist nicht deine Schuld“, Wesley wollte Cordelias Hand nehmen, aber er konnte nicht und folgte dann Giles, der von einem der Sanitäter erfuhr, dass Susan eine von vielen Menschen war, die nur tot geborgen werden konnten.

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Faith sah auf Patrick hinunter und der sonst so toughen Jägerin fehlten die Worte. Sie konnte bei dem Wächter keinen Puls mehr fühlen und dann wurde ihr klar, wie dies aussehen musste. Jeder, der durch die Tür kommen würde, würde glauben, dass Faith Patrick getötet hatte und niemand würde ihr die Chance geben, die Situation zu erklären. Niemand würde ihr zuhören, wenn sie sagte, dass sich beim Aufschlagen auf den Boden ein Schuss aus der Waffe des Wächters gelöst und diesen getötet hatte.
Sie steckte nun in ihrem ganz persönlichen Alptraum fest und musste die Leiche los werden… nur wo?

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Angel ging einen dunklen und schmalen Gang entlang. Er schien ganz allein hier zu sein, bis er eine Stimme hörte. Sie klang wütend und verletzt, aber auch einsam und traurig. Sie rief nach Angel und im ersten Moment dachte er, es wäre Buffy, doch dann sah er Deleyn, die zu verbluten schien und ihn des Mordes beschuldigte. Sie stand da in einem schwarzen Kleid , das von ihrem Blut getränkt war und zeigte mit dem Finger auf den Vampir: „MÖRDER! Du bist ein Mörder, Angelus. Du warst einer und du wirst auch immer einer sein. Aber genau das sollst du sein. Das kannst du nicht verleugnen.“
Angel verstand kein Wort, aber dann verwandelte sich Deleyn in Charlie Choir und Angel wurde klar, dass er nur geträumt hatte. Er versuchte von dem Sarg aufzustehen und riss an den Eisenketten, die ihn festhielten.
„Das ist zwecklos. – Sie scheinen ein recht harter Brocken zu sein. Aber das schaffen wir auch noch. Wir geben Ihnen einfach die doppelte Dosis und dann träumen Sie so fest wie ihr Freund Spike“, Charlie machte Angel auf Spike aufmerksam, der neben Angel lag und sich nicht mehr regte. Doch die blutigen Tränen aus seinen Augen waren deutlich zu sehen…

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Deleyn kniff die Augen zusammen als ihr jemand mit einer Taschenlampe direkt in die Augen strahlte. Unsanft wurde sie vom Boden gerissen und der Unbekannte schubste sie vor sich her. Nach dem Tod ihres Vorgesetzten konnte sie sich jedoch nicht wehren und ließ sich einfach weitertreiben.
Sie hörte nichts mehr, bis sie geschüttelt wurde und aus ihrer Lethargie zurückkam. Dann hörte sie eine fremde Stimme, die ihr nicht sympathisch war: „Miss Pryce… Sie sind nun das neue Oberhaupt des Rates, wenn ich Mister Travers richtig verstanden habe und… als solche, werden Sie mit mir reden.“

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