Folge 1.07
Folge 7 (7)
Ich habe dich gefunden
I found you
„Was liegt über uns?“, Buffy hielt ihren Pflock in der Hand und sah nach oben. Sie schienen in einem Bereich der Kanalisation zu sein, der entweder sehr alt war oder noch gar nicht fertig gestellt wurde. Denn über ihnen war Erde, die nur durch ein Drahtnetz von ihren Köpfen fern gehalten wurde und da durch ragte ein Arm.
„Das ist echt der Wahnsinn. Aber liegt hier nicht der Friedhof drüber? Vielleicht hat dieses Höllenwesen sich ja von Leichen ernährt?“, Gunns Idee klang gar nicht so schlecht, doch vollkommen einverstanden war Angel nicht: „Das ist nicht das einzige. Wir können nach oben gehen und nachsehen… aber so ein Dämon kommt nicht einfach aus der Unterwelt frei, da steht schwarze Magie in reinster Form dahinter.“
„Glaubst du, dass den Dämon jemand herauf beschworen hat?“, Buffy hockte sich neben ihren Exfreund. Dieser nickte bedächtig und zeigte dann auf die Wunden an dem Körper des Abbadons: „So was hab ich noch nie gesehen… das war kein Messer.“
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„Du bist bestimmt Dawn, nicht wahr? Mein Name ist Lilah Morgan, ich bin Anwältin. – Die Polizei hat mir gesagt, was passiert ist und mich gebeten, mich um dich zu kümmern.“ Lilah wollte Dawns Hand nehmen, aber das Mädchen wich verängstigt zurück. Es hatte gerade erst ihren Vater verloren und jetzt sollte sie mit irgendjemandem mitgehen, den sie gar nicht kannte? Nein, lieber wollte sie hier bleiben, auch wenn sie ganz alleine war.
„Dawn, Süße, das geht nicht. – Hast du nicht noch andere Verwandte, wo ich dich hinbringen könnte. Deine Großeltern oder deine Mutter vielleicht…?“, Lilah wusste ganz genau, dass Dawn nun zu Joyce gehen sollte, aber sie überspielte es. Das Mädchen sollte nicht gezwungen werden, sondern ihr vertrauen, denn vielleicht brauchte die Kanzlei die Kleine noch mal: „Meine Mutter, Joyce Summers… sie ist hier in Los Angeles… Können Sie herausfinden, wo sie wohnt und mich zu ihr bringen?“
„Natürlich Liebes. Komm, wir fahren in mein Büro und von dort aus, werden wir deine Mutter finden.“, Lilah streckte ihre Hand nach Dawn aus und dieses Mal, hielt die Kleine sie fest. Sie folgte Lilah die Treppe nach unten und stieg mit ihr ins Auto ein…
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Cordelia wusste nicht wie sie anfangen sollte, denn immerhin war Deleyn bisher noch zu keinem besonders freundlich gewesen, was sie an früher erinnerte: „Weißt du, wir haben mehr Dinge gemeinsam als du vielleicht denkst. Ich war auch mal ein Biest, aber ich habe mich geändert und… warum ich eigentlich mit dir reden will ist… du kennst deinen Bruder…“
„Ich dachte, ich würde ihn kennen, aber scheinbar habe ich mich völlig in ihm getäuscht. Er ist nicht mehr der Wes, den ich mal gewundert habe. Nein, er ist nur noch erbärmlich und versteckt sich selbst hinter anderen.“ Deleyn klang wütend und Cordelia entging das nicht. Trotzdem wollte sie eine bestimmte Antwort und fragte deshalb weiter: „Ich frage ja nur, weil… hör zu, dein Bruder und ich, wir haben uns mal geküsst. Gut, das ist zwei Jahre her, aber glaubst du, er empfindet noch etwas für mich oder ist Fred eher sein Typ?“
Deleyn war sprachlos und sah Cordelia verwirrt an. Die Frau schien ihr nicht gerade schüchtern zu sein, also wieso fragte sie Wesley nicht einfach selber nach seinen Gefühlen: „Bist du… ich meine… liebst du meinen Bruder? Das soll jetzt nicht negativ klingen oder so… es ist nur… ich habe noch niemals eine von Wesleys Freundinnen kennen gelernt. Ehrlich gesagt, kann ich mich an Keine erinnern und seinen Typ… puh, davon hab ich keine Ahnung.“
„Willst du damit sagen, dass Wes noch Jungfrau ist?“, Cordelia sah entgeistert in Deleyns Gesicht und wartete auf eine Reaktion, doch die war nicht besonders überzeugend…
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Spike ging nach dem erledigten Auftrag in eine Bar und hatte vor, sich zu betrinken. Doch wusste er auch, dass er diesen Zustand als Vampir nicht erreichen konnte. Dafür müsste er sich den Alkohol wohl ins Blut spritzen und das war wirklich eine abschreckende Vorstellung. So wie diese, die sich nun tatsächlich vor seinen Augen abspielte. Darla kam in die Bar und ging zielstrebig auf ihn zu: „Spike… Ich habe von Hanks Tod erfahren, aber… täusche ich mich oder hast du deinen Auftrag trotzdem nicht erfüllt? Der Tote hatte schließlich keine Bisspuren am Hals.“
„Er ist ja auch die Treppe herunter gefallen.“ Spike bereute es, dass er nicht behauptete, Hank gestoßen zu haben. Denn immerhin war es sein Auftrag gewesen Hank Summers zu töten und nicht nur zuzusehen: „Das wird Wolfram & Hart gar nicht gefallen, Spike… du hast wohl vergessen, dass du nicht mehr alleine arbeitest, sondern seit deiner Unterschrift der Kanzlei gehörst. Das ist nun einmal das Geschäft.“
„Hat Mister Summers auch so einen Teufelsvertrag unterschrieben?“ Darlas aufgesetztes Lächeln beantwortete Spikes Antwort zur Genüge und er wusste, dass er alleine nicht mehr aus diesem Geschäft herauskam…
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Xander zog sich mit Willow in ihr Zimmer zurück, das ohne Tara so leer wirkte. Jetzt hatten doch wirklich alle drei Freunde ihre Liebe verloren und fühlten sich so einsam: „Ich habe sie so geliebt. Ich wollte sie niemals verlieren… ich hab sogar Oz für sie verlassen.“
„Ich habe eine weitere Dämonenbeziehung hinter mir und noch nicht mal die krieg ich hin. Hey, seht mich an, ich bin Xander Harris, der Mann, der keine Beziehung führen kann. Alle Frauen sollten Angst vor mir haben und alle Dämonen mir das Herz brechen.“ Xander versuchte Anyas Verlust mit Humor zu nehmen, denn nur so konnte er es ertragen. Wahrscheinlich war er wirklich unfähig eine Beziehung zu führen oder es lag an ihrem Leben als Beschützer der Unschuldigen und als Freunde der Jägerin. Sie hatten alle eine andere Aufgabe in ihrem Leben gefunden, die ihr Leben bestimmte. Für Beziehungen schien es da keinen Platz zu geben…
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Lindsey McDonald saß in seinem Büro und starrte ausdruckslos auf das Schriftstück vor ihm. Der Name seines ersten Mandanten hatte sich in sein Gedächtnis eingebrannt und er würde ihn wohl nie vergessen. Lindsey war gerade zweiundzwanzig und frisch gebackener Harvardabsolvent. Er war in allem ein Überflieger gewesen und deshalb hatte Wolfram & Hart auch einen Job für ihn. Der erste Fall war eine Sorgerechtklage Summers gegen Summers und er war der junge, attraktive und gut vorbereite Anwalt von Hank Summers. Er sorgte dafür, dass Hank das Sorgerecht für seine kleine Tochter Dawn bekam und seine Exfrau Joyce wurde sogar das Besuchsrecht verweigert…
Ja, damals war er wirklich gut gewesen, aber nun hatte der Fall seinen Abschluss gefunden, zumindest vorerst… denn auch wenn Hank tot war, so lebten seine Frau und seine Kinder weiter und damit war die Familie Summers noch immer im Geschäft…
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Buffy, Gunn und Angel hatten es nach oben geschafft und sahen sich nun auf dem Friedhof um. Ihnen kam nichts verdächtig vor und auch von den Gräbern war keines angerührt worden. Der Friedhof lag vielmehr schon viele Jahre in Totenstille und niemand schien noch einen Angehörigen zu besuchen. Deshalb waren einige der Gräber verfallen oder sogar schon halb eingebrochen.
„Ich glaub, die haben damals einen Fehler in ihrem Plan gehabt und als der raus kam mussten sie aufhören zu bauen.“, Gunns Idee klang nachvollziehbar, doch mehr als ein kurzes Nicken konnten Buffy und Angel nicht erwidern. Denn sie hörten ein Geräusch von irgendwoher…
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Am Flughafen landete derweil eine Spätmaschine aus London und als die Passagiere ausgestiegen waren, atmete Patrick die Luft ein. Er musste husten und gleich darauf lachen: „Ja, es stimmt wohl, dass die Amerikaner ihre Luft verpesten. Aber es ist ja nur für zwei Wochen, das halt ich schon aus.“
Patrick suchte ein Taxi und ließ sich dann zum Hotel fahren. Hyperion… das klang schon seltsam, aber immerhin gehörte es ja auch einem Vampir, also was konnte man da bitte erwarten. Patrick lehnte sich gegen die Scheibe des Wagens und holte dann sein Portemonnaie aus der Tasche. Im hintersten Fach hatte er nicht nur seinen Führerschein, sondern auch ein Photo… Deleyn… er vermisste sie so sehr und strich gedankenvoll über das Bild, dass sie gemeinsam auf der Geburtstagsfeier von Susan zeigte. Susan selbst hatte das Photo damals geschossen und es ihren Freunden und Ratsmitgliedern gegeben. Seit diesem Tag trug Patrick das Photo immer bei sich. Es erinnerte ihn an seine Liebe zu Deleyn und daran, dass sie bald heiraten und für immer vereint sein würden. Und deshalb war er hier.. um seine eine große Liebe mit nach Hause zu nehmen…
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Wesley, Fred und Giles saßen über ein paar Büchern, während Joyce ihnen Kaffee kochte: „Ich versteh gar nicht, warum sich Ihre Schwester so aufregt, Wesley. Meine Tochter weiß genau was sie tut und sie schafft diese Dinge auch ganz alleine.“
„Deleyn ist nun einmal frisch vom Rat. Sie kennt die Welt ohne die Schutzmauern nicht. Nach etwas Zeit wird sie bestimmt auch eine andere Meinung zu den Dingen haben und… oh, was bedeutet das denn? Giles, könntest du mir hier mal helfen?“ Wesley schaute auf einen Text hinunter, den er eigentlich für die Shanshu-Übersetzung nutzen wollte. Doch nun fiel ihm ein Wort auf, das er so noch nie gesehen hatte. Auch Giles stand vor einem Rätsel, weshalb Fred sich nach draußen schlich und Deleyn holen wollte…
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Darla suchte Lindseys Büro auf und erzählte ihm, dass Spike den Auftrag nicht richtig ausgeführt hatte. Zudem vermutete sie, dass das Mädchen etwas mitbekommen hatte, denn in Spikes Stimme war ein seltsamer Ton mitgeschwungen: „Das könnte alles zunichte machen.“
„Beruhig dich Darla. Hank ist tot und das alleine zählt. Um das Mädchen kümmert sich Lilah gerade und wenn sie etwas gesehen haben sollte, gut, dann muss Spike eben bestraft werden.“, Lindseys Worte zauberten ein finsteres Lächeln auf Darlas Lippen. Ihre Augen leuchteten vor Freude und Spannung darauf, welchen Fehler sich Spike noch leisten würde und damit sein Ende hervorruft…
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Angel hörte das Schlagen von Flügeln und drehte sich wieder um: „Nur ein Vogel, weiter nichts. Wir sollten noch mal runter gehen und versuchen herauszufinden, was den…“
Angel sah Gunns weit aufgerissene Augen und fuhr erneut herum. Der Vogel, der auf ihn zuflog, schimmerte silbern, dabei waren seine Federn blau und seine Augen glühten rot. Er hatte etwas Dämonisches an sich, dass erkannten die Drei sofort. Das kleine Ding versuchte nicht einmal ihnen auszuweichen, sondern flog zielstrebig auf Buffy zu. Die Jägerin fühlte den Streifzug der Flügel, die sich tief in ihr Fleisch schnitten: „Ah, das Ding hat meine Jacke ruiniert. Das wirst du büßen.“
„Okay, wie können Flügel so tief schneiden. Wie schneiden sie überhaupt?“, Gunn wirkte unsicher und schlug mit seinem Schwert nach dem blauen Vogel. Angel tat es ebenso und schlug vor den Vogel einfach zu töten, dann würden Wesley und Giles die Lösung schon für sie finden: „Vielleicht will ja auch mal Deleyn beweisen, dass sie was kann. Aber ich wage das ja immer noch zu bezweifeln. – Okay, jetzt reicht´s. Jetzt machen wir es auf die harte Tour.“
Angels Schläge gingen jedes Mal ins Leere, weshalb er sein Vampirgesicht aufsetze und sich vom Boden abdrückte…
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Deleyn hielt Cordelias Hand und sah die junge Frau zufrieden an: „Ich habe keine Ahnung, ob Wes schon mal… das geht mich auch gar nichts an. Ich weiß nur, dass mein Bruder… er ist etwas Besonderes und er braucht eine Freundin, die das in ihm sieht. Ich meine damit keine Frau, die ihn nur anhimmelt, sondern jemandem, der ihm auch mal die Welt zeigt.“
„Oh, das würde ich gerne machen. Die ganze Welt mit ihm sehen und am besten auf einem Motorrad. Ich weiß ja auch, dass er eins hat. Auf dem Ding ist er nämlich nach Los Angeles gekommen.“ Cordy dachte zufrieden an die vergangenen Zeiten und auf einmal ging es ihr selbst hier mit Deleyn besser. Denn wenn sie von ihrem Bruder sprach, dann war sie nett und freundlich und nicht bestimmend und rechthaberisch: „Warum bist du nicht die ganze Zeit so freundlich? Die anderen würden ganz anders auf dich reagieren und Buffy würde dir bestimmt auch mal zuhören.“
„Ein Wächter darf nicht nett sein. Er ist kein Freund, sondern ein Lehrer.“ Deleyn ließ nichts an ihre Bestimmung heran und nahm den Rat in Schutz, was Cordelia gar nicht hören wollte, als sie plötzlich Fred erblickte…
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Lilah kam mit einem fröhlichen Lächeln auf Dawn zu und sagte ihr, dass sie die Adresse von Joyce gefunden hatte: „Ich werde dich gleich hinfahren. Du kannst dann mich immer anrufen, wenn irgendetwas ist und ich kümmere mich solange darum, bei wem du in Zukunft leben wirst.“
Dawn nickte zustimmend und freute sich schon bei ihrer Mutter und ihrer Schwester zu sein. Sie würde die Beiden nun endlich richtig kennen lernen und wieder eine Familie haben.
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Angel hielt den Vogel bereits in seiner Hand, doch mit seinen Flügeln zerschnitt er dem Vampir die Hände und sein Schnabel bohrte sich in das blutende Fleisch. Angel wollte nicht los lassen, aber die Schmerzen waren nicht zu ertragen. Er öffnete seine Hände und wollte den Vogel davon fliegen lassen. Jedoch machte das kleine etwas keine Anstalten dazu, sondern bohrte sich nur noch weiter in Angels Hände. Bis Buffy das dämonische Geschöpf mit ihrem Holzpflock aufspießte: „Was ist das nur für ein abscheuliches Ding? Das bringen wir jetzt zu Giles und um deine Hände muss sich auch sofort jemand kümmern.“
„Das heilt wieder.“ Angel wollte seine Exfreundin beruhigen, doch diese war nicht mehr aufzuhalten.
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Patrick betrat die Lobby und sah seine Verlobte, die durch die Tür aus dem Garten kam: „Patrick… was… Patrick…“
Deleyn vergaß alle Gedanken daran, ihrem Bruder zu helfen und lief zu ihrem Verlobten. Er schloss sie in seine Arme und sah nicht, wie alle Augen ihn einfingen. Denn er selbst hatte nur Augen für Deleyn und küsste seine Freundin deshalb liebevoll. Dabei entließ er sie nicht aus seiner Umarmung, selbst nicht, als die Tür hinter den Beiden wieder geöffnet wurde und Lilah mit Dawn ins Hotel kam.