Folge 1.06
Folge 6 (6)
Alleine geh ich meinen Weg
Alone I go
Deleyn hing über ihren Büchern, die sie aus England mitgenommen hatte. Sie suchte noch mehr über Angel, oder Angelus wie er in ihren Büchern hieß. Doch was brachte das, sie hatte alles über ihn gelesen, das gehörte zur Ausbildung eines jeden Wächters. Angelus, das Beispiel für Vampire und der Grund, warum man sie bekämpfen und töten muss. Auch wenn dieser eine noch lebte und gerade im Keller trainierte. Er versuchte dort einen klaren Kopf zu bekommen, als sich auf einmal die Tür hinter ihm öffnete. Buffy stand dort und wünschte ihm einen guten Morgen: „Ich wusste gar nicht, dass du hier unten bist. Und dann schlägst du auch noch wild mit diesem Schwert herum… sag mal, ist alles in Ordnung, Angel?“
„Es geht schon… und was ist mit dir. Du kannst ja wohl auch nicht schlafen.“, Angel legte das Schwert weg und ging auf Buffy zu. Sie standen sich auf einmal wieder so nahe wie früher, als sie noch zusammen waren. Aber dieses Mal hatte sich etwas verändert…
+++
Cordelia drehte sich von einer auf die andere Seite. Sie schlief unruhig und wusste doch nicht warum. Sie konnte nur an gestern denken und an diese komische Fred. Sie war doch wirklich hier geblieben und wollte ein Teil von ihnen werden. Was dachte diese Frau sich nur? Sie hatte doch keine Ahnung von Vampiren und Dämonen, nicht einmal von schwarzer Magie. Was hatte sich Wesley nur dabei gedacht, sie auch noch zu ermutigen?… Wesley… nein… Fred… Wesley… verwirrt wachte Cordy auf und hielt sich die Stirn: „Ich kann doch nicht eifersüchtig auf diese langweilige Brillenschlange sein… oder doch?… liebe ich Wes?…“
+++
Spike mochte es gar nicht, jetzt nach Darlas Pfeife tanzen zu müssen. Er hätte sich den Vertrag von Lilah eben doch durchlesen sollen. Ja, wie konnte er auch nur so blöd sein. Man wird doch immer vor dem Kleingedruckten gewarnt und das würde er ab heute auch immer ernst nehmen. Denn nun hatte er eine unangenehme Aufgabe – einen Mord…
Eigentlich sollte ihm das Spaß machen und seinen Hunger nach Blut noch weiter antreiben. Aber der Vampir fühlte sich nicht wohl dabei, sein Mittagessen vorgeschrieben zu bekommen und schon gar nicht von Darla. Doch nun musste er es tun, denn er war in die Falle der Anwaltsfirma getappt und da kam er nicht mehr alleine raus… nur mit… nein, das konnte er nicht tun, das wäre wirklich das Letzte…
+++
Willow lag auf ihrem Bett und sah Tara an, die gerade dabei war sich anzuziehen. Sie wollte heute noch vor der ersten Seminarstunde etwas essen, aber nicht hier im Hotel. Die Cafeteria an der Universität war ihr da lieber und Willow störte das: „Warum können wir denn nicht gemeinsam frühstücken? Wir haben doch noch Zeit, Süße. Und außerdem würden sich alle anderen auch freuen.“
„Willow, ich hab dir doch schon gestern gesagt, dass ich deine Freunde nicht sehen will. Sie erinnern mich an all das, was wir durch gemacht haben und ich will genau das nicht mehr. Ich will ein neues Leben beginnen und ich hoffe, dass es dir genauso geht.“, Taras Worte klangen in den Ohren ihrer Freundin fast wie ein Ultimatum, auf das Willow nicht vorbereitet war. Natürlich hatte Tara es nie gemocht, wenn ihre Freundin mit Buffy und den anderen nachts auf den Friedhöfen war und dort gegen Vampire kämpfte. Doch Willow hatte sich so daran gewöhnt, dass es fast zu ihrem Leben gehörte. Durfte Tara ihr das nehmen?
+++
Wesley, Fred und Giles studierten die Heuschrecken, als Xander und Joyce dazu stießen: „Oh, so früh schon wieder auf den Beinen? Na, da muss ja was Interessantes auf dem Tisch…wuu, die sehen aber echt… die sind groß…“
„Ja, Xander, das sind Heuschrecken. Allerdings doppelt so groß wie gewöhnlich und so wie es aussieht leben sie nicht einmal.“, Giles´ Worte verunsicherten auch Gunn, der gerade das Büro betrat: „Das hört sich nicht gut an, vor allem nicht, da die Dinger uns ja angegriffen haben. Sie waren in diesem Moment ziemlich lebendig und nun sollen sie…“
„Es sind keine normalen Heuschrecken. Es scheint, als kämen sie nicht einmal von hier und das heißt, sie kommen von… sie kommen aus der Hölle.“, Fred sprach die Worte aus, als wären sie ohne jegliche Bedeutung, dabei gefror allen anderen das Blut in den Adern. Denn die Hölle war nun mitten unter ihnen und sie mussten bereit sein für den Kampf.
„Buffy. Buffy muss es erfahren, damit sie etwas dagegen tun kann.“, Joyce war in Panik und doch vertraute sie auf ihre Tochter, obwohl Wesley ihr versuchte klar zu machen, dass es nicht nur auf Buffy ankam, sondern auf sie alle: „Jeder einzelne von uns muss etwas tun, sonst ist auch ihre Tochter am Ende ihrer Kräfte.“
„Hey, ihr seid ja alle hier. Na, was hab ich verpasst?“, Cordelias Stimme klang schrill und war für alle anderen um sie herum fehl am Platz, weshalb sie die Augen verdrehten. Nur Wesley bot Cordy einen Stuhl an und machte ihr Mut: „Ich hol nur Angel, Buffy, Deleyn, Willow und Tara und dann reden wir noch mal über die Sache.“
+++
Darla hatte einen Termin bei Lilah, auf den sie sich schon freute doch zunächst musste sie noch ein paar Spuren verwischen. Sie durfte ihrem Ex schließlich keine Gelegenheit geben, sie zu finden. Und Lorne war nun mal ein Dämon, der jedem Auskünfte erteilte, wenn er in Panik geriet. Angel würde genau das herausbekommen, doch dann würde er keine Gelegenheit mehr dazu haben: „Lorne, mein Lieber, was gibt es heute zu trinken?“
„Oh, Darla. Tut mir Leid, der Laden hat noch nicht geöffnet. In einer Stunde könnte ich dir Blut servieren. Sogar in vier verschiedenen Gruppen, aber… Darla, ich, ähm… gut, ich kann dir auch jetzt schon…“, Lorne zitterte, als Darla ihr Vampirgesicht aufsetzte. Sie ging immer näher auf ihn zu und strich dabei über die Theke. Sie ging darum herum und behielt Lorne im Auge, als wäre er ihre Beute. Er konnte sich nicht bewegen. Er stand nur da und atmete immer schneller. Ihre kalten Hände spürte er nicht mehr, als sie seine Wangen berührten. Denn sein Leben zog an ihm vorbei, als sie ihre Zähne in seinen Hals rammte…
Sie trank und als der Dämon leblos zu Boden sank, öffnete sie den kleinen Kühlschrank: „Blutgruppe A, Blutgruppe B… Lorne hattest du denn nichts Anständiges für mich da… oh, hier ist ja was, Blutgruppe 0 und dann auch noch Negativ. Hach, du wusstest doch was ich mag.“
+++
Willow sah Tara an und war ratlos und verwirrt: „Was soll das Liebling? Unsere Freunde sind da unten und ich möchte gerne bei ihnen sein.“
„Dann sag mir, was dir wichtiger ist. Sie oder ich.“, Tara stellte Willow vor eine Wahl, welche die Rothaarige nicht beantworten konnte. Es war eine Frage, auf die es gar keine Antwort gab und Tara musste das doch wissen. Sie war Willows Freundin und auch Teil einer ganzen Clique und nun wollte sie damit brechen? Alles hinter sich lassen und neu anfangen… nur warum: „Tara, niemand hat dir etwas getan. Es ist alles beim Alten, also warum willst du…“
„Es geht nicht darum, was ich will. Es geht um dich Willow, also sag mir, wer dir wichtiger ist. Wenn ich es bin, dann lass uns hier verschwinden. Ein Leben ohne Dämonen und mit einer Zukunft… oder du entscheidest dich für Buffy und die anderen und wirst mich verlieren.“, Willow konnte nichts auf Taras Worte erwidern, weil sie zutiefst schockiert war, woraus Tara ihre eigenen Schlüsse zog…
+++
Als Wesley ohne Willow und Tara zukam, fragte Xander, wo seine beste Freundin war: „Wesley, Sie haben doch gesagt, dass Sie alle zusammen haben wollen, damit…“
„Ich glaub, Willow und Tara haben sich gestritten, also wollte ich sie nicht stören.“, Wesley ging wieder hinter den Schreibtisch, während Buffy und Xander sich Sorgen um Willow machten. Irgendetwas sagte ihnen, dass der Streit mit Tara nicht ohne Bedeutung bleiben würde. Vielleicht würde die Beiden sich auch noch trennen und dann wären sie alle ganz allein und ohne Hoffnung…
„Gut, dann hört mir zu. Wir haben herausgefunden, dass sie Heuschrecken Boten des Dämons Abbadon sind. Es ist ein Höllendämon, der Angst und Hunger in die Welt bringen soll… und den Tod. Alles durch seine Heuschrecken, die alles vertilgen, selbst Menschen.“, Wesley wurde von allen angesehen und Buffy und Angel hatten nur eine Frage: „Wo finden wir ihn?“
„Zuerst sollten wir uns überlegen, wie wir ihn vernichten können. Sonst wird er euch nur umbringen und sich danach die nächsten Opfer suchen.“, Deleyn wollte eine Vorgehensweise ausarbeiten, doch Buffy grinste nur: „Wesley wollte auch einmal, dass ich so arbeite und hat sogar immer erst den Rat angerufen. Aber ich sage, wir gehen und zwar jetzt.“
„Außerdem ist er ein Höllendämon und da hilft immer nur eins… Kopf ab!“, Angel schwang sein Schwert und brach mit Buffy und Gunn zum Kampf auf. Xander wollte sie begleiten, aber Buffy wollte, dass er sich lieber um Willow kümmerte: „Ich habe ein ungutes Gefühl und ich will, dass du bei ihr bist. – Und Xander, pass auch auf meine Mum auf. Danke dir… GILES!“
Giles sollte seiner Jägerin folgen, aber Deleyn hielt ihn und ihren Bruder zurück: „Ich kann nicht glauben, dass ihr so unvorsichtig geworden seit. Ihr habt nicht einmal mehr ein Pflichtbewusstsein, sonst würdet ihr Buffy zurückrufen.“, Deleyn war aufgebracht, doch nun stellte sich ihr Fred in den Weg: „Wes, weiß, was er tut und er glaubt an diese Buffy, also sollten Sie sich eine andere Aufgabe suchen.“
+++
Spike schlich um das Haus herum und ging davon aus, dass ihn niemand sah. Er war so leise wie möglich, damit alles glatt über die Bühne laufen könnte. Niemand sollte etwas erfahren, so war die Abmachung. Jeder Fehler würde ihn sein Leben kosten und das wollte er wirklich nicht hergeben. Also musste er es tun… er musste das Blut trinken und seine Beute als Beute sehen und nicht als Mann. Nicht als Familienvater, der nichts anderes wollte, als seine Tochter beschützen, die oben an ihrem Fenster saß. Sie sah hinaus in die sternenklare Nacht und hörte dem Rauschen der Baumkronen zu. Sie konnte heute Nacht einfach nicht schlafen und ihr Alptraum hatte ihr das auch nicht leichter gemacht. Sie hatte ihren Vater am Ende der Treppe tot aufgefunden und nun hörte sie wieder dieses dumpfe Geräusch…
Dawn ging die Treppe nach unten und sah ihren Vater wie in ihrem Traum am Ende der Treppe stehen. Neben Hank stand ein Mann, der den Toten nieder blickte: „So ein Scheiß. Bloody Hell, das kann doch nicht… scheiße! Jetzt sieht das… nein, Moment… Ich hab ja gar nichts gemacht. Der Kerl ist selber die Treppe runter gefallen und ich muss nichts mehr… Oh, wer…“
Dawn ging die Treppe nach unten und sah Spike direkt in die Augen. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Wusste nicht, ob sie Angst haben sollte. Nur eines wusste sie: „Verlassen Sie dieses Haus. Na los, verschwinden Sie!“
„Hey, Kleines. Ich hab deinen Dad nicht getötet. Er ist die Treppe runter gefallen und hat sich das Genick gebrochen.“, Spike versuchte eine Erklärung abzugeben, doch das machte alles nur schlimmer. Dawn schrie laut herum und er konnte nur flüchten, denn das Mädchen, das hatte Darla ihm zu verstehen gegeben, musste leben.
+++
Buffy, Angel und Gunn stiegen in die Kanalisation ab und Angel versuchte die Spur des Abbadon zu wittern. Doch als sie zu einen der dunkelsten Gänge kamen, lag der Dämon tot vor ihnen: „Das ist doch… ich wollte den erledigen und nun ist erschon tot?“
„Buffy, beruhig dich. So wie es aussieht, haben wir es mit etwas zu tun, dass noch stärker war, als dieser Dämon und wir müssen es finden.“, Angel hockte sich neben den Dämon und suchte nach etwas, dass ihnen weiterhelfen könnte.
+++
Cordy zog Deleyn aus dem Büro und ging mit ihr in den Garten: „Wir sind keine Freunde, damit das klar ist. Aber Wesley mag dich, du bist eben seine Schwester…“
„Was willst du, Cordelia?“, Deleyn war wütend, dass niemand auf sie hörte und ihr sogar Widerworte gab. Sie hatte sich das nicht so vorgestellt und war auch nicht darauf vorbereitet gewesen. Denn nicht einmal ihr eigener Bruder stand auf ihrer Seite, also was sollte sie jetzt machen?
+++
„Es war nicht richtig, Deleyn so anzuschreien. Sie hat doch keine Erfahrung in unserem Job. – Ich werde jetzt mal zu ihr gehen.“, Wesley wollte seine Schwester wieder aufmuntern, als das Telefon klingelte. Giles hob den Hörer ab und hörte die Stimme eines Mannes, der sich Lindsey McDonald nannte: „Ich habe eine Nachricht für die Retter der Hilflosen… ab jetzt stehen Sie alleine da.“