Folge 1.04

Folge 4 (4)

         Meinungsverschiedenheiten

         In my opinion

 

 

Buffy und Angel saßen lange in der Lobby. Sie sprachen kein Wort miteinander, sondern sahen nur auf den Boden. Nach Darlas Rückkehr wusste keiner wie er reagieren sollte und vor allem nicht, wie sie darüber sprechen sollten. Schließlich war Darla diejenige gewesen, die Angel zu einem Vampir gemacht hatte. Mit ihr hatte er als Angelus die schlimmsten Massaker Europas begangen und sie tauchte immer dann auf, wenn es am wenigsten zu gebrauchen war: „Was will sie hier? Glaubt sie denn wirklich, dass sie dich einfach wieder rumkriegt?… Angel sag mir, dass du das nicht zulassen wirst.“

„Natürlich nicht. Buffy, ich stehe auf deiner Seite und du weißt das. Du weißt, dass ich niemals wieder einen Menschen töten werde… nur Schweineblut trinken und den Hilflosen helfen, daraus besteht nun mein Leben.“, Angel sah Buffy an, doch dann schweifte sein Blick nach oben ab. Er sah Deleyn auf den Stufen zum ersten Stock stehen, die auf ihn hinunter blickte. Sie sah ungläubig aus, so als würde sie Angel kein Vertrauen schenken und wieder packte ihn dieses seltsame Gefühl. Es war als hätte er seinen eigenen Feind ins Haus gelassen und dieser wartete nur darauf ihm endlich das Herz zu durchstoßen…

 

„Angel? Hallo, ich rede mit dir. Hör mir gefälligst zu. Diese Frau ist bestimmt nicht grundlos hier, also sollten wir uns da draußen mal umhören. Du hast doch bestimmt noch Kontakte. Nicht wahr, Angel? ANGEL!“, Buffy konnte es nicht ausstehen, wenn man ihr nicht zuhörte und so hätte sie ihrem Exfreund fast eine geknallt. Doch dann stand er auf und nahm seinen Mantel, um mit ihr aufbrechen und Deleyns Blicken entgehen zu können.

 

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In England kehrte Susan Bones gerade von einer Reise im Auftrag des Rates zurück und fuhr zum Haus ihrer besten Freundin. Sie wollte Deleyn wie immer über alles informieren, aber nur ihr Verlobter Patrick war da und öffnete ihr die Tür: „Hat Deleyn dir nicht gesagt, dass sie nach Los Angeles geschickt worden ist?“

„Unsere Deleyn auf einem Auslandeinsatz? Nein, davon hat sie mir gar nichts erzählt. Was soll sie denn machen? Und wann kommt sie wieder? – Sie muss doch irgendetwas erzählt haben.“, Susan setzte sich mit Patrick an einen Tisch und merkte, dass ihr Kollege unruhig war: „Ich weiß nur, dass sie jetzt bei ihrem Bruder ist… und diesem Vampir namens Angel… ich habe schon alle Unterlagen durchgesucht und ich kann nur hoffen, dass sie bald wieder hier ist und zwar lebend.“

„Wenn sie doch bei ihrem Bruder ist, wird… oh, ihr Bruder war dieser Wesley nicht war?… dann sollten wir besser mit Mister Travers reden, ob wir ihr nicht nachreisen sollten.“, Susan schien nun auch besorgt und wunderte sich dann über Patricks Reaktion. Er schüttelte nur seinen Kopf und nahm Susans Hand: „Travers glaubt, dass Deleyn es kann. Sie soll die Jägerinnen wieder in den Rat integrieren… und ich glaube an sie, auch wenn ich Angst habe.“

„Aber sie ist doch in Los Angeles… Patrick, bei meinem letzten Auftrag habe ich mit Hellsehern zu tun gehabt und die sagen für Kalifornien nichts Gutes voraus…“, Susan wurde nun blass und Patrick ging es nicht anders.

 

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Tara und Willow wollten sich an diesem Morgen an der Universität einschreiben, während Giles und Deleyn sich mit Wesley an die Übersetzung der Shanshu- Prophezeiung setzten. Gunn und Cordelia wollten etwas im Garten arbeiten und baten auch Joyce und Anya ihnen zu helfen. Aber Joyce Summers lehnte ab, da sie noch weg müsse und Anya wollte lieber schlafen. Natürlich freuten sich Cordy und Gunn nicht darüber alles alleine machen zu müssen, doch wenn sie nun auch alles liegen lassen würden, dann würde das Unkraut noch das ganze Hotel verschlingen: „Ich habe so etwas noch nie gemacht. Ist mal was ganz anderes, so eine körperliche Arbeit. – Das hier kann man eben nicht einfach an andere Leute übertragen.“

„Nein, vor allem nicht, wenn man nicht weiß, ob die Dinger vielleicht noch beißen.“, Gunn lachte über seinen eigenen Witz, aber Cordy fand das gar nicht komisch. Sie hatte in einem Jahr mit Angel und Wesley mehr erlebt, als ihr lieb war und so könnte Gunn sogar Recht haben mit seiner Theorie über übernatürliche Pflanzen.

 

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Tara und Willow suchten nach den richtigen Formularen für die Immatrikulation und füllten diese dann aus: „Schade, dass Buffy jetzt doch nicht weiter studieren wird, dabei hätte es sie bestimmt von Riley abgelenkt.“

„Buffy ist doch längst darüber hinweg. Sie hat Riley ja nicht einmal eine Träne nachgeweint. Ich bin deshalb auch ganz froh, dass sie nicht mitstudiert. Sie ist einfach so kalt geworden wie ein Eisblock.“, Willow erlebte ihre Freundin zum ersten Mal richtig wütend und das gefiel ihr gar nicht. Niemand durfte so über Buffy reden und das musste Tara verstehen, doch Willows Reaktion verstärkte Taras Denken nur noch: „Ja, du bist ihr Schutzschild, das sie die meiste Zeit nur liegen lässt. – Willow, ich will weg hier und zwar mit dir. Lass uns einfach gehen und neu anfangen und zwar ohne Buffy.“

„Wie stellst du dir, dass den vor? Ich bin Buffys beste Freundin und sie braucht mich und ich brauche sie auch. Wir sind doch fast wie Schwestern und du… du bist nur etwas nervös Schatz. Es wird alles wieder gut, wenn wir uns erst einmal eingelebt haben.“, Willow wollte Tara in die Arme nehmen und ihre Nähe spüren, aber Tara nahm lieber ihre Papiere und stellte sich in die Schlange vor dem Studienbüro.

 

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Xander war seinen ersten Arbeitstag bei einer neuen Baufirma angetreten und versuchte sich nun unter den neuen Kollegen zurecht zu finden. Doch dann bekam er auf einmal unerwarteten Besuch – Anya.

„Was machst du hier? Du weißt doch, dass ich arbeiten muss.“, Xander wollte seine Freundin zurück zum Hotel schicken, als er etwas an ihrem Hals bemerkte: „Was ist das Anya?“

„Ach das, das war ein Abschiedsgeschenk von D´Hoffryn. Er hat gesagt, dass ich immer zurückkommen darf, wann ich will und na ja… mir ist langweilig, Xander und da hab ich mir gedacht. Sex oder Rache.“

„Oh wie schön und meine liebe Freundin, die mich seit Anfang unserer Beziehung nur wie den letzten Trottel behandelt, kehrt jetzt einfach zu ihrem Dämonen- Dasein zurück und sagt mir nur kurz Bescheid, dass sie mich vielleicht noch umbringen will.“, Xander konnte nicht glauben, dass Anya alles auf Spiel setzte und dann kam ihre Antwort, die ihn von den Füßen riss: „Als wenn ich dich umbringe. Ich bin hergekommen, um Sex zu haben, aber wenn du nicht willst. Gut, dann bring ich jetzt deinen Boss um, der hat seine Frau nämlich mit einer 19jährigen betrogen.“

„Anya, ich warne dich. Wir sind immer noch ein Paar und wenn du mich liebst, dann machst du das auf der Stelle rückgängig.“, Xander fasste Anya an den Schultern, doch die tippte ihn nur an, woraufhin er zu Boden fiel: „Xander Harris, du bist ein Schlappschwanz und ein langweiliger Verlierer. Ich kann nicht einmal sagen, dass es lustig mit dir war, also geh mir aus dem Weg. – Ich war nämlich einmal so blöd auf dich zu hören, aber das mach ich kein zweites Mal.“

 

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Joyce stand vor Lilahs Bürotür und war froh, als diese ihr öffnete: „Ah, Sie müssen Misses Summers sein. Mein Name ist Lilah Morgan, wir haben bereits miteinander telefoniert.“

Joyce schüttelte Lilahs Hand und folgte ihr dann zum Schreibtisch, auf dem bereits Papiere und Anträge lagen: „Ich habe bereits alles rausgesucht. Wie Sie mir ja schon erzählt haben geht es um das Sorgerecht für Dawn Summers, ihre Tochter, nicht wahr.“

„Ja, sie lebt zurzeit bei meinem Exmann Hank, hier in Los Angeles. Diese Kanzlei hat ihn damals in unserer Scheidung beraten und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Sie mich vertreten können.“, Joyce versuchte Lilahs Blick zu interpretieren, denn die Anwältin lächelte die zweifache Mutter seltsam an… so überaus freundlich: „Wissen Sie, Misses Summers. Unsere Kanzlei will nur helfen, wo Hilfe gebraucht wird und Sie haben mir ja schon am Telefon deutlich gemacht, dass Sie Hilfe brauchen… wir wollen doch nur das Beste für Sie und ihre Tochter.“

 

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„Wie bist du eigentlich auf diese Prophezeiung gestoßen, Wes?“, Deleyn hielt einige Pergamentblätter in ihren Händen und sah dann zu ihrem Bruder, der seine Brille zurecht rückte: „Wir haben sie in den Kellerräumen von Wolfram & Hart gefunden, als wir das Gebäude durchsucht haben. Ihr müsst wissen, dass diese Anwaltskanzlei so etwas wie die Brücke zum Bösen ist. Wir haben bisher nicht geschafft sie zu Fall zu bringen, aber mit Buffy… Deleyn, du scheinst nicht begeistert von dieser Idee zu sein.“

„Ich weiß nicht… ich glaube es liegt daran, was diese Prophezeiung besagt. – Ein Vampir mit Seele, der wieder zum Mensch wird, wenn er das Böse bekämpft hat. Was soll das für ein Ammenmärchen sein? Glaubt ihr denn wirklich, dass auch nur ein Vampir so etwas verdient hätte?“, Deleyn sah in die Gesichter von Wesley und Giles, die nachdachten. Sie wussten, dass Deleyn noch immer Mitglied des Rates war und als solches fest an die Vorstellungen von Quentin Travers baute… aber sie waren eines Besseren belehrt worden: „Deleyn, ich weiß, was dir beigebracht worden ist und ich kann selbst nicht glauben, dass diese Prophezeiung in den nächsten Jahren war wird, aber… Angel ist nicht mehr Angelus. Er hat schon viel Gutes getan und vielleicht hat er es ja verdient, wieder menschlich zu werden…“

„Er hat es nicht nur vielleicht verdient. Angel kämpft für das Gute, er bekämpft das Böse. Er hat nichts mehr von Angelus in ihm. Ihr wollt das nur nicht glauben, weil der Rat immer etwas anderes gesagt hat, aber Giles… du hast den Rat doch auch verlassen. Du kennst doch seine Machenschaften. – Deleyn, jeder muss sich seine eigene Meinung bilden, nur die des Rates zu übernehmen ist gefährlich.“

 

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Buffy und Angel gingen gemeinsam über einen Friedhof. Sie wollten ein paar Vampire jagen und über Darlas Rückkehr sprechen. Denn keiner von Beiden verstand, warum die Vampirin auf einmal wieder da war. Was wollte sie von Angel oder war sie doch wegen etwas ganz anderem hier…

„Angel, hast du sonst noch irgendwen aus deiner Vergangenheit wieder getroffen?“, Buffy mied Angels Blick, der seine Stirn in Falten gelegt hatte und ihre Frage verneinte. Bis auf Darla und Buffy hatte er niemanden wieder gesehen und das hielt er auch für besser. Er hatte nach der Beziehung zu Buffy neu anfangen wollen und nun bröckelte doch wieder alles ein: „Ich wollte Gutes tun. Nacht für Nacht Vampire und Dämonen jagen und was tu ich jetzt? Seit dem du da bist, bin ich nur noch im Hotel und weiß nicht mehr, was ich machen soll… Es gleitet mir alles aus den Händen Buffy… der Tod sitzt mir förmlich im Nacken…“

„Das bildest du dir nur ein. Du kannst immer noch Gutes tun und wir werden auch gleich damit anfangen. Da hinten kommen nämlich noch mal Drei, die werden wir uns jetzt vornehmen.“, Buffy drehte sich um und trat dem ersten Vampir direkt in den Magen…

 

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Xander konnte es nicht glauben. Da war er nun schon ein Jahr mit Anya zusammen und dann das. Sie hatte ihn nie geliebt, sondern wusste von vorn herein, dass sie wieder Rachedämonin werden wollte. Aber so leicht würde er es ihr nicht machen… er rannte in das Büro seines Chefs und zerrte ihn auf die Straße: „Lassen Sie sofort los. Sie können was erleben junger Mann. Packen Sie bloß ihre Sachen und… oh scheiße…“

Xanders Chef, Mister Lavington, hörte hinter sich ein seltsames Geräusch und als er sich dann umdrehte, musste er zusehen wie das neue Haus in sich zusammenbrach wie Streichhölzer. Doch anstatt unter den Trümmern begraben zu werden, stand er mit hier draußen und legte Xander seinen Arm um die Schultern: „Mister Harris, kommen Sie mal mit. Ich glaube es wird Zeit über eine Belohnung zu sprechen… oder… nein, das machen wir morgen. Nehmen Sie sich den Rest des Tages frei und verbringen Sie ihn mit jemandem den sie lieben. Ich werde jetzt wohl auch besser zu meiner Frau fahren und mein zweites Leben beginnen.“

Xander sah seinen Chef freudestrahlend in sein Auto steigen. Er wollte wirklich sein neues Leben genießen, aber Xander… sein Blick blieb an den Trümmern des Neubaus haften, wo Anya stand und ihn böse anfunkelte. Dann verschwand sie und Xander konnte nicht wissen, ob sie sich jemals wieder sehen würden. Doch eines war klar, noch einmal würde er nicht auf einen Dämon hereinfallen und sein Herz an die erstbeste verschenken.

 

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Lindsay hatte Lilah in sein Büro gerufen und wollte ihr mitteilen, was er geplant hatte. Natürlich genoss sie dieses Gefühl, denn normalerweise sprachen sie nicht über ihre Fälle miteinander. Doch dieses Mal musste es sein, denn es ging um die Firma: „Ich habe gehört, dass du nun Joyce Summers betreust… die Seniorpartner sind wohl der Meinung, dass sie uns mehr nützen kann als Hank und deshalb müssen wir ihn loswerden, aber so, dass die Spur nicht zu uns verläuft… ich habe auch schon eine Idee…“

 

 

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