Folge 1.01

Folge 1 (1)

         Es wird niemals wieder so

         It will never be like that

 

 

Fehler sind nicht immer gleich Fehler. Die einen erkennen wir selbst und ärgern uns über sie. Andere stellen wir erst durch die Hilfe von anderen fest und versuchen es wieder gut zu machen. Aber einige Fehler können nicht rückgängig gemacht werden. Es sind Entscheidungen in unserem Leben und alles was wir tun können ist zu versuchen, damit zu leben. – Genau das versuchte sie jetzt. Einfach leben und jeden Tag für sich nehmen und ausnutzen. Deleyn hatte endlich eine Chance bekommen und sie würde diese nutzen. Sie würde allen zeigen, was in ihr steckte. Aber sie hatte auch Angst… Was war, wenn sie es nicht konnte? Wenn diese Stadt, dieses Land sie so verändern würde… Konnte sie es überhaupt schaffen, sie selbst zu bleiben?…

 

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Angel sah immer wieder auf dieses Blatt. Es konnte sein ganzes Leben für immer verändern. Doch war er bereit dazu?… Er ist nun schon seit 250 Jahren ein Vampir gewesen und erst jetzt hörte er von dieser Prophezeiung… der Vampir mit der Seele…

War es das, was Doyle gemeint hatte? Sein alter Freund hatte doch immer etwas Besonderes in ihm gesehen und war selbst wie ein Held gestorben. Aber genau dieses Schicksal sollte den Vampir nicht ereilen. Denn, wenn die Prophezeiung stimmte, würde er wieder ein Mensch werden. Er würde leben und auch wieder lieben können. Denn genau das war der Fluch der Zigeuner, den er bekommen hatte, nachdem er ein junges Mädchen getötet hatte. Er sollte von da an niemals wieder das wahre Glück erleben oder er müsste seine Seele dafür hergeben. Eine Seele, die ihn dazu brachte nur Gutes zu tun, was vor allem Wesley an ihm bewunderte. Denn als Wächter hatte Wes immer auf dem Standpunkt gestanden, dass Angelus nur den Tod verdient hätte. Aber diese Zeiten waren nun endlich vorbei. Der Wächter vertraute dem Vampir und hatte dem Rat den Rücken zugekehrt.

Dies verärgerte besonders Quentin Travers. Denn nun hatten schon zwei Wächter ihren Dienst quittiert und er konnte nichts dagegen tun. Jedenfalls sah er keinen Weg, die Abtrünnigen zurück zu holen… aber er musste es tun. Ohne eine feste Zusammengehörigkeit und die Treue seiner Wächter, hätte man ihn, den Rat selber, angreifbar machen können. Er musste versuchen, die Lücken wieder zu füllen und vor allem musste er die zwei Jägerinnen wieder an sich binden. Ohne sie konnte das Böse in der Welt nicht bekämpft werden…

Quentin sah jedoch keine großen Probleme auf seinem Weg. Er glaubte fest an sich selbst und daran, dass die Mädchen alleine nur versagen würden. Das musste er auch ihnen auf irgendeine Weise verständlich machen… nur wo waren die Beiden gerade?…

 

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Cordelia Chase saß zu Hause auf ihrer Couch. Sie wusste nichts mit sich anzufangen und lackierte sich einfach nur die Fußnägel. Wie schön wäre es für sie, jetzt nicht alleine zu sein, aber genau dies war sie. Sie hatte die Highschoolmannschaft nicht mehr um sich herum, sondern hatte ihr Leben ganz geändert. Sie war eben nicht Model oder Schauspielerin geworden, sondern lebte in einer kleinen Wohnung mit ihrem Hausgeist namens Dennis zusammen. Mit Angel und Wesley führte sie eine Detektei und half die Unschuldigen zu beschützen… Doch in der letzten Zeit war alles ruhig, nur ihre Kopfschmerzen machten ihr Probleme. Sie konnte mit Doyles Geschenk noch immer nicht umgehen… Visionen… wie hatte sie die überhaupt bekommen können?

 

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Sunnydale

Ein kleines Städtchen in der Nähe von Los Angeles. Früher beherrscht von Vampiren, dann von der Jägerin und nun?…

Buffy konnte es immer noch nicht glauben. Diese Regierungseinheit hatte nach und nach alles unter Kontrolle bekommen und ihr eigener Freund hatte in dieser Situation gegen sie gespielt. Dieser Verrat schmerzte sie noch immer und ihre beste Freundin Willow konnte es ihr an der Nasenspitze ablesen. Nur Riley sah gekonnt darüber hinweg. Er wollte seine Ruhe haben und erst mit Buffy sprechen, wenn sie wieder alleine waren. Nur wann würde das sein? Sie saßen doch alle in diesem Bus und er war auch noch mitgekommen. Dabei hatte die Initiative ihm einen hohen Posten in Aussicht gestellt, doch er hatte sich für seine Freundin entschieden. Das musste ihr doch etwas bedeuten… zumindest hatte er das geglaubt…

Ebenfalls im Bus saßen Joyce, Tara, Xander, Anya und Giles, die alle gemeinsam neu in Los Angeles anfangen wollten. Tara, Buffy und Willow würden sich an der Universität einschreiben und Xander hatte bereits einen Job bei einer Baufirma bekommen. Joyce dagegen wusste beruflich keinen neuen Weg, aber dafür wollte sie ihren Exmann Hank und ihre zweite gemeinsame Tochter Dawn besuchen. Denn damals hatte sie Buffy mitgenommen und Dawn war bei ihm geblieben… aber sie war immer noch Joyces Tochter…

Anya und Giles wusste noch gar nicht, was sie machen würden. Vielleicht erst einmal alte Bekannte besuchen, doch sie ahnten nicht, dass einige sie nie wirklich hatten los gelassen…

 

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Der Vampir Spike hatte sich in sein Auto gesetzt und war dem Reisebus gefolgt. Er versuchte vor der Initiative zu fliehen und zudem musste es einen Grund geben, weshalb auch die Jägerin verschwand…

„Spikey? Wann sind wir denn endlich da? Ich will wirklich nicht…“, Spike fauchte seine nervige Freundin Harmony an und konnte noch immer nicht glauben, dass er sie wirklich mitgenommen hatte. Er liebte sie nicht, konnte sie nicht einmal in seiner Nähe ertragen und dann war sie auch noch grausam im Bett. Eigentlich sollte er die verdunkelten Türen öffnen und sie einfach rausschmeißen. Nur dann würden die Sonnenstrahlen auch ihn verbrennen.

 

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„Deleyn? Schatz, musst du wirklich schon heute fliegen?“, ein junger, gut aussehender Mann lehnte sich an den Türrahmen zu Deleyns Schlafzimmer. Sie packte gerade ihre Koffer mit Klamotten, Büchern und Waffen…

Sie wollte sich eigentlich gar nicht umdrehen, doch wie immer schaffte es Patrick irgendwie ihre Aufmerksamkeit zu wecken. Er schmiegte sich von hinten an seine Freundin heran… er wollte sie nicht gehen lassen, aber Travers hatte es so bestimmt. Sie musste gehen, um die Verlorenen zurückzuholen… aber würden sie ihr so einfach folgen: „Meinst du wirklich, dass dein Bruder dir auch nur einen Moment zuhören wird?“

„Ja, das wird er. Mein Bruder liebt mich nämlich, egal was einer von uns getan hat. Du wirst sehen, dass er auch dich mag, wenn er dich nur einmal kennen gelernt hat.“, Deleyn löste sich aus Patricks Umarmung und ging zur Kommode. Sie wünschte sich, dass der Auftrag sie nicht zu lange aus London fern halten würde und nahm bei dem Gedanken ein Bild in die Hand…ja, bald würden sie wieder gemeinsam hier sein – sie und ihr Bruder…

Deleyn sah das Photo an und er kannte sich und drei Männer darauf – Giles, Wesley und Ethan…

 

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Giles mochte es nicht in diesem Reisebus zu sitzen, aber was sollte er machen. Buffy hatte gesagt, dass sie aufbrechen mussten, also wurde es auch so gemacht. Sie war schließlich die Jägerin und er hatte ihr schon lange nichts mehr zu sagen… es war wie in einer Vater- Tochter- Beziehung, in der die Tochter langsam erwachsen wurde. Buffy kannte ihre Möglichkeiten und ihre Grenzen, auch wenn sie diese nicht unbedingt immer als solche ansah. Sie wollte immer alles überwinden und jeden retten, so wie es ihre Aufgabe war…

Aber Riley hatte dieses Vertrauen der Jägerin in sich selbst gestört. Er hatte ihr die Möglichkeit genommen, die Initiative aufzuhalten und Buffy würde ihm das nicht verzeihen. Giles gab der Beziehung der Beiden deshalb auch nicht mehr lange, doch das würde er Buffy gegenüber nie erwähnen…

 

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Wesley hockte in Angels Büro über einem Haufen von Büchern. Angel hatte ihn darum gebeten noch mehr über die Shanshu-Prophezeiung herauszufinden, aber der ehemalige Wächter wollte erst einmal Cordelia helfen. Die Visionen hatten sie noch immer fest im Griff, anstatt dass sie diese beherrschte und für den guten Zweck einsetzen konnte.

Zudem waren da noch diese Kopfschmerzen, die Wes skeptisch machten. Er versuchte etwas zu finden, was der jungen Frau ihre Schmerzen nehmen konnte, aber bisher fand er nichts, was ihn weiter bringen könnte: „Das kann doch alles nicht wahr sein. Es muss sich doch etwas finden lassen… wie soll ich denn…“

„Also ist diese Prophezeiung eine Fälschung. Ein paar gekritzelte Wörter auf einem Stück Pergament.“, Angel war aus seinem Zimmer gekommen und wollte von Wesley hören, ob er schon mehr heraus gefunden hatte. Aber dann erzählte, der Wächter ihm schweren Herzens, dass er erst Cordelia helfen wollte und der Vampir verstand das: „Kann ich mit suchen? Wenn ich nichts tu, dann platzt mir noch der Kopf vom Nachdenken.“

 

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Endlich hielt der Reisebus in Los Angeles und die Reisenden aus Sunnydale konnten aussteigen. Jetzt mussten sie nur noch dieses seltsame Hotel finden, das Willow und Tara als Angels Wohnort ausgependelt hatten. Doch warum er dort hauste konnte sich noch keiner erklären… bis sie dann davor standen…

Es war ein altes Haus und niemand schien es mehr zu bewohnen. Das Tor hatte noch ein altes Schloss, das mittlerweile verrostet war und auseinander fiel, als Buffy das Tor einen Spalt öffnen wollte. Der Garten dahinter war überwuchert von Unkraut und das Hauptportal quietschte erbärmlich… aber dann waren sie drinnen… und dort sah wieder alles ganz anders aus. Giles sagte, dass das Haus in den Zwanzigern erbaut worden ist und Angel bestätigte dies. Er hatte Schritte gehört und wollte nachsehen gehen, wer ins Hotel gekommen war. Sie nun zu sehen ließ ihn verschiedene Gefühle empfinden. Einerseits freute er sich seine große Liebe Buffy wieder zu sehen und ihre Freunde… aber andererseits war sie mit diesem Riley hier, den er überhaupt nicht leiden konnte: „Was macht ihr denn hier?“

„Oh, das ist ganz einfach. So eine blöde Militärgruppe hat sich unterhalb von Sunnydale ausgebreitet und die ganze Stadt eingenommen. Ich hätte ja etwas dagegen getan, hätte mein Freund nicht mit ihnen unter einer Decke gesteckt und mich somit außen vor gelassen. – So und jetzt sind wir hier, um das Böse wenigstens in Los Angeles aufhalten zu können, bis das Militär auch hier einmarschiert.“, Riley wollte seine Freundin unterbrechen, aber die war so in rage, das sie kaum noch aufhören konnte. Angel spürte diese Wut seiner Exfreundin und es gefiel ihm, dass Riley sich offensichtlich alles verspielt hatte…

 

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Cordelia warf einen Blick in ihren Schrank und machte diesen dann doch wieder zu. Sie war noch nicht einmal in der Stimmung, sich aufzustylen… für wen auch… sie brauchte Menschen um sich herum und damit musste sie wohl in den sauren Apfel beißen und zu den beiden einzigen Männern ziehen, die ihr noch geblieben waren…

 

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Angel zeigte seinen Gästen, wo sie Zimmer fanden, die nach 80 Jahren nicht vollkommen zerstört waren und ging dann wieder nach unten zu Wesley. Dieser hatte gar nicht mitbekommen, dass sie Besuch bekommen hatten, da er noch immer über seinen Büchern steckte und er schien endlich etwas gefunden zu haben: „Ha, das muss es sein. Zu einfach eigentlich, aber es könnte stimmen. – Cordelia will ihre Visionen gar nicht. Sie sträubt sich regelrecht dagegen und will sie am liebsten wieder loswerden.“

„Und warum sollte sie das Wesley? Es war immerhin ein Geschenk von Doyle und… doch, du hast Recht. Cordelia hat sich zwar verändert, aber sie ist irgendwo immer noch ein Stück die alte geblieben. Sie will nie eingreifen und sich die Hände schmutzig machen, sondern…“, Angel stockte mitten im Satz, als er Wesleys Gesichtsausdruck sah. Es war so, als hätte er einen Geist gesehen, weshalb Angel sich umdrehte und Cordelia ansah, die ihm eine scheuerte.

 

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Patrick begleitete seine Verlobte noch zum Flughafen. Beiden wussten sie nicht, wie lange sie getrennt sein würden… aber die Zeit würden sie überstehen und danach für immer vereint sein in Liebe und mit einem Versprechen…

 

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Cordelia konnte nicht glauben, was Angel gerade über sie gesagt hatte. Natürlich hatte sie sich verändert, sonst wäre sie niemals Mitglied dieser Detektei geworden. Sie hätte sich nie Dämonen entgegen gestellt, sondern wäre immer nur schreiend davon gelaufen und er sollte das eigentlich wissen, denn früher durfte er sie des Öfteren retten: „Diese Zeiten sind nun vorbei. Ich bin viel mutiger geworden und von euch Zwei will ich dazu jetzt nichts mehr hören, sonst zieh ich direkt wieder aus.“

„Du hast vor, doch hier einzuziehen, obwohl du doch erst… ähm, ich meine, das wird jetzt aber voll, da viele der Zimmer schon anderweitig besetzt sind… Ich glaube kaum, dass wir noch eins finden, dass die gefällt.“, Wesley war verwirrt, dass Cordelia sein Angebot annahm und nun doch hier einzog… aber das ganze musste ja noch einen Haken haben: „Wir reden später darüber, wen ihr habt noch alles hier einziehen lassen. – Jetzt will ich ein Zimmer und wenn ihr keins mehr habt, dann muss eben einer von euch beiden sein Zimmer räumen.“

Cordelia ging nach oben und nahm nur eine kleine Tasche mit sich. Den Rest sollten Angel und Wesley nach oben bringen. Natürlich machten sie das nicht zu ihrem Vergnügen, aber wenigstens waren dann alle hier und das eröffnete ihnen neue Möglichkeiten in der Bekämpfung des Bösen.

 

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Willow und Tara versuchten sich gerade einzurichten, als sie etwas scheppern hörten. Die beiden Hexen schlichen sich leise auf den Gang, wo auch schon Giles und Joyce standen. Alle fragten sich, wo die Geräusche her kamen und gingen an den Zimmertüren vorbei. Sie lauschten an einigen, aber nichts war mehr zu hören. Bis Buffy ihre Tür aufriss und Rileys Sachen vor die Tür warf: „Ich will ganz bestimmt kein Zimmer mit dir teilen, nach allem, was du mir und den anderen angetan hast.“

„Was soll ich denn gemacht haben, Buffy? Ich habe nur meine Pflichten gegenüber meinem Land erfüllt und trotzdem bin ich jetzt auch hier bei dir. Was willst du denn noch mehr?“, Riley konnte seine Freundin nicht verstehen, die ihn raus warf und die Tür zuknallte.

 

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Während Wesley dabei war, sich ein neues Zimmer zu suchen, genoss Angel in der Lobby ein kaltes Glas Blut aus dem Kühlschrank. Als das kühle Nass durch seinen Körper fuhr, dachte er nur an Buffy… ihre alten Zeiten… ihre Küsse… ihre Kämpfe… ihre… Pfeile…

Angel spürte es deutlich, den Schmerz in der Nähe seines Herzens. Er ging in Deckung, als der nächste Pfeil sich in die Wand hinter ihm einbohrte. Die Schützin hatte zweimal verfehlt und das zweite Mal nur, weil er sich unter dem Tresen verstecken konnte… aber sie kam näher… sie richtete ihre Armbrust auf die Stelle, wo er sein musste und dann hörte er ein Knistern… Feuer…

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